#20 Die, in der Wale Leben retten
Shownotes
Warum ist alles orange? Karlsson vom Dach hat die Lösung für Skinny Jeans und Katja und Sophie kommen nicht drum herum, ins Jahr 2016 zu reisen.
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00:00:00: Wer sind Menschen, die Orchideen haben, schrecklich sammeln, schrecklich sich aufs Fensterbrett aneinander reihen?
00:00:09: Weil ich muss sagen, eine Orchidee kommt selten allein.
00:00:12: Da hast du recht.
00:00:13: Ich glaube, es sind tatsächlich einfach Orchideen-Liebhaberinnen.
00:00:17: Ich glaube, das gar nicht mehr dahinter steht, weil ich kenne so viele unterschiedliche Menschen, die mehr als eine Orchidee zu Hause haben.
00:00:24: Wie alt sind die?
00:00:25: Ja, die sind zwischen Fünfundzwanzig und dreieinundzig.
00:00:30: Ah, okay.
00:00:30: Ja, also das ist schon breit gefächert.
00:00:31: Ich weiß nicht ob... Männlein
00:00:32: oder Weiblein?
00:00:34: Hm, schon eher Weiblein.
00:00:37: Vielleicht, weil, ich meine, das hat ja auch so ein bisschen was... Ist es nicht so?
00:00:40: ein bisschen vulvenartig auch, wie die sich so öffnet, so das große Blatt und dann der Eingang, dieser kleine Eingang, diese kleine Architeenhöhle und wie so ein Schenkel und der Schoß einer Frau.
00:00:49: Aber so viel dieser Logik gemäß müsste sich ein Mann ein Pilz zu auf dem Fensterbrett
00:00:54: einrichten.
00:01:17: Wir starten traditionell mit einer beliebten Rubrik bei Reich, aber schön, die Klaustellung.
00:01:24: Ich habe mal wieder was klarzustellen, denn ich habe mal wieder gefährliches Halbwissen geteilt.
00:01:28: Ich musste dreißig Jahre alt werden, um zu lernen, dass in Südafrika elf verschiedene Sprachen gesprochen werden und ich sage dir so viel, südafrikanisch ist keine davon.
00:01:41: Hiermit klargestellt.
00:01:43: Apropos andere Länder, der Kommissario war kürzlich auf Bubenausflug im Urlaub.
00:01:50: In Spanien, in Barcelona.
00:01:52: Und dann hat
00:01:55: er so während des Kofferpackens einen Koffer packen.
00:02:01: Es Männer gibt die auf den Duktus achten der Sprache, alle die das auch geguckt haben und zuhören.
00:02:08: und ja, liebe Grüße an Jan.
00:02:10: Wie auch immer, if you know, you know.
00:02:12: Okay, okay, okay.
00:02:14: Ich verstehe kein Wort.
00:02:15: Auf jeden Fall ist sein größtes Sexiness-Moment, wenn eine Person den Genitiv beherrscht.
00:02:22: Was ist der Genitiv?
00:02:24: Ich kann das alles nicht.
00:02:25: Das ist der zweite Fall.
00:02:27: Und das ist Wessen.
00:02:28: auf die Frage Wessen.
00:02:30: Dessen.
00:02:31: Dess.
00:02:34: Ich bin nass wegen des Regens.
00:02:37: Ah, ob ich den wohl manchmal benutze?
00:02:39: Ich schätze schon.
00:02:40: Ich denke auch, dass du den benutzt.
00:02:42: Naja, auf jeden Fall würde ich jetzt das nochmal kurz korrigieren und korrekt im Genitiv sagen, mein Gott, es wird
00:02:50: heute nicht besser.
00:02:53: Auf jeden Fall war der Kommissario in Spanien auf Bubenausflug und dann... hat er seinen Koffer voll gepackt.
00:03:02: Und ich bin da immer als helfende Hand zur Seite.
00:03:06: Ich versuche, mich dem zu entziehen.
00:03:09: Aber da hat er es so lieb gefragt, ob ich mit ihm bitte drüber schauen könnte, dass ich gesagt habe, selbstverständlich, das mache ich
00:03:15: gern.
00:03:15: Das ist so nett von dir, weil ich bin der Kommissario.
00:03:18: Ich bin ja beim Packen so unsicher.
00:03:22: Ich brauche immer Hilfe.
00:03:23: Oder noch mal jemanden, der sagt, das ist totaler Quatsch.
00:03:28: Und dann, während wir das so die T-Shirts zusammengefaltet haben, dann sagt er, warst du eigentlich schon mal in Spanien?
00:03:34: Dann sage ich, ja, natürlich war ich schon mal in Spanien.
00:03:37: Auf Mallorca war ich schon mal.
00:03:39: Und dann habe ich überlegt.
00:03:40: Und dann sage ich, und in diesem Moment habe ich mich unfassbar alt und erwachsen gefühlt.
00:03:45: Und ich habe mich gefühlt, das wäre ich in die Hülle meiner Eltern geschlüpft.
00:03:49: Und hab gesagt, ja, aber das war vor fünfundzwanzig Jahren.
00:03:51: Ja.
00:03:52: Ja.
00:03:53: Und Faspa,
00:03:54: oder?
00:03:54: So krass, so krass.
00:03:56: Ich hatte das genau
00:03:57: gleiche Jahrhunderts so viel.
00:04:00: Ich hatte genau das gleiche, als ich die Dame vom Chor, die dort Chorleiterin getroffen habe.
00:04:05: Und so ihr gesagt habt, man weiß noch, wo wir das Projekt, das Gesangprojekt mit dem anderen Chor gemacht haben, wo wir uns kennengelernt haben vor zwanzig Jahren.
00:04:13: Und da war ich aber schon eine quasi erwachsene Frau, weil da war ich siebzehn.
00:04:17: Na warte, fünfzehn war ich vor zwanzig Jahren.
00:04:19: Extrem krass, wenn man in Im Rückblick auf zwanzig Jahre schon.
00:04:22: Und da war man schon wert.
00:04:23: Da war man nicht frisch geboren in Säuglingen oder keine Ahnung, sondern da war man schon ein ganzer Mensch.
00:04:28: Das können wir machen.
00:04:30: Aber ich schätze mal, so ist das einfach mit dem Alter.
00:04:32: Fünfundzwanzig
00:04:33: Jahre?
00:04:33: Ja.
00:04:34: Das ist so was, das kenne ich sonst nur von meinen Eltern oder Großeltern.
00:04:36: Die sagen, ja, wo hast du nur vor fünf oder zwanzig Jahren?
00:04:39: Ja, genau.
00:04:39: Aber das geht jetzt los bei uns.
00:04:40: Irgendwie ist es auch ein bisschen geil, das sagen zu können.
00:04:43: Findest du nicht?
00:04:44: Ich fühle es noch nicht.
00:04:45: Okay, ich kann es schon auch ein bisschen nice.
00:04:47: Ich wollte ja immer bei den Älteren mitmischen.
00:04:50: Dieses, wo hast du nur vor twenty-fünf Jahren, das kenne ich ja eigentlich von meinen Eltern oder Großeltern.
00:04:55: und dann ist meistens im gleichen Art und zu gesagt worden, mal damals früher, mal und da war es so schön und da war alles besser.
00:05:00: und jetzt sage ich dir was, Frau Highfire Lol.
00:05:01: Sagst du mehr?
00:05:02: Früher war nicht alles besser.
00:05:03: Nein.
00:05:04: Ich war zur Weihnachtszeit in Italien.
00:05:06: Italien, der Schrittmacher für die Mode.
00:05:09: Auf jeden Fall ging ich durch das ein oder andere Bekleidungsgeschäft im schönen Italien und habe mit erschrecken feststellen müssen, Die Skinny Jeans kommt zurück.
00:05:19: Nein, nein.
00:05:20: Katja, hör auf.
00:05:21: Das ist nicht schön.
00:05:22: Wir wollen über schöne Sachen sprechen.
00:05:24: Ich mach nicht mit.
00:05:25: Das sag ich wie Carlson vom Dach, wenn der sagt, das taugt ihm nicht, sagt er, ich mach nicht mit, ich mach nicht mit.
00:05:31: Ich hab High-Waste-Baggy-Jeans forever.
00:05:33: Ich ziehe nix Enges mehr an.
00:05:35: Ich ziehe... Ich
00:05:35: hab mich so auf die Wide-Lag-Jeans, ich hab mich so drüber gefreut, dass sie wiederkommen.
00:05:41: Und die Barrel-Cheens und Baggy-Cheens und Boyfriend-Cheens und so was.
00:05:45: Und jetzt kommen diese beschissenen Skinny-Cheens zurück.
00:05:47: Und du kannst mir doch nicht sagen, dass Skinny-Cheens so richtig, richtig gut irgendwie aussehen.
00:05:53: Nein.
00:05:54: Nein.
00:05:55: Ich bin gegen Skinny-Cheens.
00:05:57: Ich
00:05:57: bin auch gegen Skinny-Cheens.
00:05:59: Da will ich nicht mitmachen.
00:06:01: Gibt sonst irgendwelche Trends, denen du dich auch früher total verwehrt hast?
00:06:06: Ich habe eigentlich nie so richtig crazy bei Trends mitgemacht.
00:06:08: Also gerade bei so Mode Sachen hatte ich halt auch einfach nie Ahnung.
00:06:12: Und ich bin dann und waren mit Freundinnen shoppingmäßig losgezogen und wir haben uns halt das gekauft, was es gerade gab.
00:06:19: Aber jetzt, naja gut, was ich wo ich mitgemacht habe, war diese ganz hüftigen Schlag jeans, die so eine Naht in der Mitte hatten und den Reißverschluss am Pro.
00:06:32: Ah, so eine hatte ich auch.
00:06:33: Und da hatte ich eine, ich habe immer Klamotten von meinen Cousinen.
00:06:36: Cousine,
00:06:36: ich muss auch nicht wiederkommen.
00:06:37: Nee, überhaupt nicht.
00:06:38: Nee, überhaupt nicht.
00:06:40: Aber da hatte ich von meinen Cousinen, die haben mir immer Klamotten aussortiert und dann habe ich das bekommen darf.
00:06:45: Die Pakete war ich ja scharf.
00:06:46: wie, also wie nochmal was.
00:06:49: Wie
00:06:49: mehr Chili.
00:06:49: Ja, also mehr noch.
00:06:51: Da war ich gespannt einfach jedes Mal, was da drin ist.
00:06:55: Eine meiner Cousinen hatte eine, ich glaube, es war von Miss Sixty.
00:06:58: Das war so eine supertrendige Marke.
00:07:00: Ja,
00:07:00: ich erinnere mich daran.
00:07:01: Die war auch so in den ersten Topmodelstaffeln.
00:07:03: Ah, ja, ja.
00:07:04: Da
00:07:04: gab es
00:07:05: eine Hose.
00:07:05: Die Miss Sixties
00:07:06: Show bei der Fashion Week in New York.
00:07:08: Genau,
00:07:08: und ich habe, glaube ich, zwei...
00:07:09: Mani darf für die laufen, für Miss Sixty.
00:07:11: Für Miss Sixty, genau.
00:07:12: Und ich glaube, ich hatte, habe zweieinhalb Jahre auf diese eine Hose gewartet.
00:07:17: zweieinhalb Jahre immer wieder, wenn das Paket kam, mir gedacht, ist jetzt die geilste Hose der Welt drin, ist sie jetzt drin?
00:07:23: Bei
00:07:23: dir kriegt fast feschende, vollkommen voll Bedeutung.
00:07:29: Ich hatte Glück, dass die noch hot waren, die Hosen, als sie dann zu mir kamen.
00:07:34: Und die habe ich echt getragen.
00:07:36: Sie waren nicht mehr inner, was sie waren.
00:07:37: Ein bisschen warm.
00:07:38: Ja,
00:07:39: die waren ja auf jeden Fall noch.
00:07:41: Doch sie waren bestimmt noch ein bisschen hip, wahnsinnig.
00:07:46: Und da konnte ich die anziehen.
00:07:47: Aber da will ich auf gar keinen Fall.
00:07:52: Auf gar
00:07:52: keinen Fall
00:07:53: will ich einen Reißverschluss am Arsch.
00:07:55: Nein, weil das ist ja wie ein Body oder wie so eine Kinderklamotte.
00:08:00: Da mache ich nie mit.
00:08:03: Bodies finde ich total super.
00:08:05: Ja, Bodies finde ich auch gut, aber nicht als Hose.
00:08:08: Also nicht als Jeans.
00:08:10: Nicht als Jeans-Hose.
00:08:11: Es gibt ein paar Trends, da bin ich wirklich stolz darauf, dass ich die nicht mitgemacht
00:08:15: habe.
00:08:15: Sag mal, vielleicht bist
00:08:16: du ... Gesellschaftliche Trends und auch Modetrends.
00:08:18: Gesellschaftliche Trends, ich war nie Ministeramtin.
00:08:22: Und Modetrends, ich habe die Tattoo-Ketten ausgelassen.
00:08:26: Und ich finde auch, dass mir bis heute ... Dann habe ich nie mitgemacht die weißen Buffalo Plateauschuhe.
00:08:33: Oh, weiß hatte ich nicht.
00:08:34: Aber ich hatte ein paar Buffalo Plateauschuhe, die habe ich geliebt.
00:08:38: Wie noch mal was an?
00:08:39: meine Mutter hat sie mir unter Protest gekauft.
00:08:42: Ich weiß nicht, was ich gedreht habe, dass ich die bekommen habe.
00:08:44: Ich weiß noch, wir sind in das Schuladengeschäft reingegangen.
00:08:48: Ich habe diese Schuhe in braun-schwarz gesehen und habe gedacht, ich bin ab jetzt der glücklichste Mensch.
00:08:53: Der Welt war ich auch, bis ich die aufgetragen hatte.
00:08:56: Wie hab ich geschleppt?
00:08:58: Diese Schuhe waren einfach so geil.
00:09:01: Danke, dass ich die haben durfte.
00:09:03: Ich weiß gar nicht, wie ich das geschafft hab.
00:09:05: Wie ich das geschafft hab, dass ich die bekommen hab.
00:09:07: Keine Ahnung, aber die hatte ich.
00:09:10: Von Buffalo.
00:09:10: Da bin ich dir tatsächlich nicht neidisch drum, aber ich möchte dir nicht maatisch reden.
00:09:15: Was ich nie hatte, waren auch so Fellimitatjacken.
00:09:18: Das war's, wo ich auch nie mitgemacht hab.
00:09:20: Ich hab als Kind ... Was ist das heißt?
00:09:22: Ich habe den Trend mitgemacht.
00:09:24: Ich wurde diesen Trend mitgemacht.
00:09:26: Das finde ich ganz zweifelhaft, weil ich bis heute noch, dass ich sie gehasst habe, ich hatte zwei Lederhosen.
00:09:34: Und zwar nicht trachtige Lederhosen, sondern so Lederhosen.
00:09:37: Ehrlich?
00:09:38: Ja, eine in Schwarz.
00:09:40: Und ich mag bis heute einfach diese Beschaffenheit nicht.
00:09:43: Und eine in Brombeerfarben mit ein bisschen so wie Schlangennuppen.
00:09:49: Ganz zweifellhaft, ganz komisch.
00:09:51: Okay.
00:09:52: Dann hatte ich meine sehr ausgeprägte Orange-Fase.
00:09:54: Ich weiß nicht, ob ich das schon mal erzählt habe.
00:09:56: Alles musste Orange sein.
00:09:58: Und da gibt's ein Klassenfoto.
00:10:02: In diesem Jahr war Orange so innen.
00:10:04: Und wir sehen auf diesem Klassenfoto, haben so viele Leute Orange an, dass wir eigentlich aussehen wie die Straßenkehrerinnung.
00:10:09: Ja, geil.
00:10:10: Das kann ich mir so gut vorstellen.
00:10:12: Und ich finde auch wieder, das passt großartig zu dir.
00:10:14: Zuerst bist du Frau Hütchen.
00:10:16: Dann bist du, Max und Peter, nein, wie war das noch?
00:10:18: Bitte hilf mir nochmal kurz.
00:10:19: Max
00:10:20: und Urez?
00:10:20: Ja, genau.
00:10:22: Und dann ganz in Orange.
00:10:24: Hast
00:10:24: du ein Glück, dass du irgendwo dazwischen eine eigene Persönlichkeit entwickelt hast?
00:10:29: Ich bin
00:10:29: auch froh.
00:10:32: Dann hatte ich meine ganz kurze Phase, wie heißen denn diese Gürtel, die man die Hip-Hop anhatten, mit diesem, ich würd zwar nicht sagen, Paketband, mit diesem Spanngurtartig, mit der silbernen Schnalle, wo du so
00:10:44: einstellen konntest.
00:10:44: Ja, aber das war ein Skater, oder?
00:10:45: Ja,
00:10:46: genau.
00:10:46: So, und so einen hatte ich.
00:10:48: Und die Jungs haben den aber mal getragen, dass der vorne so runter hier geht.
00:10:51: Das habe ich auch getragen und das würde ich retrospectiv nicht mehr tun.
00:10:56: Aber...
00:10:57: Retrospectiv bist du ja auch einfach, also ich meine, du bist halt jetzt auch einfach kein Kind mehr und keine Jugendliche und keine Teenagerin und keine heranwachsende Person.
00:11:07: Und ich finde all diese Mode sünden.
00:11:10: Und ich habe gerade Anführungsstriche gemacht.
00:11:12: Ich hoffe, das hat man in meiner Stimme gehört.
00:11:15: Die sind so wichtig und so richtig.
00:11:20: Weil wie sollen wir uns denn sonst über uns selber amüsieren?
00:11:23: Ganz ehrlich, man muss sich doch im Rückblick angucken und sagen, Halleluja, und so wollte ich aussehen.
00:11:30: Das war meine freie Entscheidung.
00:11:33: Krass, krass, wie weit ich gekommen bin.
00:11:36: Man muss ja auch stolz sein.
00:11:37: Man kann schon sagen, das habe ich, aber da habe ich mich eigenständig rausmanifriert.
00:11:41: Dafür ist es wichtig, weil heutzutage, schauen ja, jetzt rede ich wie eine Person, die sagt, vor zwanzig Jahren, heutzutage ist es ja so, dass die Kinderinnen und Kinder ja ausschauen, die sehen ja schon perfekt aus.
00:11:57: Ja, ich habe das gerade gegendert, weil ich in meinem Gedanken so festgehangen bin.
00:12:01: Also ich sage jetzt mal Junge.
00:12:05: Erwachsene und auch so Teenagerinnen und Teenager.
00:12:09: Und die können sich schminken, die haben alle Tutorials, die sind Maskenbildnerinnen allesamt.
00:12:15: Die mussten nicht durch die Phase durch, wie ich, wo ich mir, was hatte ich denn für eine Make-up?
00:12:20: Ach, oder meine liebe Freundin, nennen wir sie Lia.
00:12:23: Die dachte, es ist eine ganz, ganz großartige Idee, sich die Augenbrauen ganz, ganz schwarz zu malen, ganz, ganz schwarz die Wimpern zu tuschen, ganz, ganz hell abzupudern und roten Eileiner aufzutragen.
00:12:34: Und dazu eine beige Jacke oder war sie olivegrün, die sah aus wie ein Drogenopfer.
00:12:39: Wir haben dann irgendwann mal Fotos angeguckt, da waren wir so vier, zehn, fünf, zehn oder was.
00:12:43: Die sieht so krank aus.
00:12:45: Die sieht wirklich, also kränklich, wirklich.
00:12:48: Und die guckt das Foto an und sagt, ja, schau.
00:12:51: Schau, Sof.
00:12:53: Und so hat meine Mama mich aus dem Haus gehen lassen.
00:12:55: Und da bin ich hier doch auf irgendeine Art.
00:12:57: Bin ich hier auch dankbar dafür, weil ich hab das ... Ich hab jetzt auch was lernen können.
00:13:00: Das ist
00:13:00: modisches Girls' Month, oder?
00:13:02: Ja, wahrscheinlich.
00:13:03: Ich hätte auch meine kurze Satanistinenfasse.
00:13:06: Ja, warum auch nicht?
00:13:08: Da war ich auch, also wenn du die Fotos anschaust, dann finde ich, sehe ich das raus.
00:13:12: Auch sehr weiß geschminkte Haut und den Kajal
00:13:16: innen so reingemalt.
00:13:18: Na klar, auf der
00:13:18: Wasserfläche.
00:13:19: Wasserlinie, glaube
00:13:20: ich.
00:13:22: Also sehr dunkel gemalt und dann, das war auch so eine Zeit, wo ich so ... propertätstbedingt auch immer so streniges, fettiges Haar hatte, wo sich das so wie du heute mal ein paar Wochen hast, wenn sich die Heizungsluft umstellt, wenn es von Sommer auf Winter geht, der Herbst.
00:13:39: Der
00:13:40: Scheiß
00:13:40: Herbst.
00:13:41: Wo du schlechte Haut hast, wo die Haare strenig sind, genau so.
00:13:43: Wo die Jacke
00:13:44: runterfällt, genau da, in der Jahreszeit.
00:13:46: Ja, diese Phase hatte ich auch mal.
00:13:49: Da weiß ich, da gibt es Fotos davon und da musste alles schwarz sein.
00:13:52: Ich hatte nur schwarz sein.
00:13:54: Nur schwarz.
00:13:55: Ja, das war auch... Hm.
00:13:58: Ja.
00:13:58: Weiß ich nicht.
00:13:59: Aber muss man durch.
00:14:01: Und das ist ja auch Pubertät.
00:14:02: Weißt du, wenn so alles auf einmal nicht mehr zusammen stimmt.
00:14:06: Du wächst irgendwo hin.
00:14:08: Irgendwelche Körperteile sind auf einmal da.
00:14:10: Und alles verändert sich.
00:14:12: Und du wächst irgendwo hin.
00:14:13: Deine Hormone spielen mit dir Spielchen.
00:14:16: Du findest jeden Scheiße.
00:14:18: Du bist ständig verknallt.
00:14:19: Also weißt du so, da musst du ja so ausschauen.
00:14:22: Da musst du das selbstfindungsphase.
00:14:24: Das ist wichtig.
00:14:26: Weißt du, also ich liebe so, Zeitungen durchblättern, Pinterest schauen, Instagram schauen, aber weißt du, wer glaube ich mein erstes modisches Spirit-Animal war?
00:14:38: Sagst du mir?
00:14:39: Lolle von Berlin, Berlin, mit ihren Jeans und dann diesen Langarm-Shirts, mit den T-Shirts und so, die war eins meiner ersten Fashion-Spirit-Animals.
00:14:53: Das ist so cool, dass du das sagst, weil ich finde es eigentlich total smart, dass man sich wie ein Sied und sagt, das gefällt mir und das mache ich irgendwie mit und interpretiert es so für mich selber.
00:15:02: Dadurch, dass ich immer Klamotten von meinen Cousinen bekommen habe, habe ich halt den Geschmack von denen.
00:15:12: Was
00:15:12: voll cool ist.
00:15:13: Man muss jetzt sagen, eine der Cousinen, von der du die Klamotten gekriegt hast.
00:15:18: Die ist ja auch im Fashion-Bereich als Journalistin auch durchgestattet.
00:15:21: Ja,
00:15:22: genau.
00:15:22: Und als Fashion und Lifestyle-Bloggerin, absolut.
00:15:25: Und die andere, das ist ja auch noch ihre Schwester, ist ja auch noch eine, also für mich auch eine modische Ikone.
00:15:30: Die sieht, ich weiß, Ikone ist ein großes Wort, aber die sieht immer so awesome aus.
00:15:34: Stell dir mal vor, du hättest jetzt nicht zwei so coole Cousinen gehabt, sondern keine Ahnung.
00:15:40: Ich hab auch nie, du war nachgedacht so richtig, was ich anziehe.
00:15:43: Ich habe auch meine ganze, ich weiß ja noch, was ich in meinem sechzehnten Geburtstag an hatte.
00:15:47: Was hattest du noch an?
00:15:48: Da hatte ich einen pinken BH an von H&M mit Spitze im Neck-Holder, weil dann die Busen vorne so schön rund waren.
00:15:55: Und da, weißt du, wie ich meine, wenn man im Neck-Holder dann quetscht, die Ballonis vorne so schön zusammen.
00:16:00: Ich habe immer noch einen tollen Busen, aber der von damals, der war schon bomboloni, bomboloni, balloni.
00:16:09: Und dann waren nämlich vorne diese schönen Äpfelchen rund, so aneinander.
00:16:14: Und drüber ein weißes Oberteil mit Spaghetti-Trägern, die rücken sich kreuzen.
00:16:19: Dann hatte ich einen weißes Kreuz im Rücken und dann den pinken Träger.
00:16:23: Das fand ich total cool, dass man den BH auch so extrem gesehen hat.
00:16:27: Keine Ahnung warum.
00:16:28: Und eine Hose mit so... Hochhackige Schule, so Stilettos, hab ich nämlich eine Weile angezogen, fand ich richtig, hab ich mir gedacht, I'm a woman.
00:16:40: Ich brauche Pfennigabsätze, dreizehn Zentimeter, Padeproblem.
00:16:44: Ähm, das hatte ich an und dazu meine Zahnspange.
00:16:52: Ich
00:16:52: wollte ja dann auch kurz ein Emo sein.
00:16:54: Da
00:16:54: hatte ich eine ganz kurze Phase, dann bin ich irgendwann zum ... ihr in die Pankegerichtung abgebogen.
00:17:02: Ich hatte sehr, sehr früh Jax.
00:17:04: Ich meine mich zu erinnern, dass ich damals die erste an meinem Gymnasium war, die Konverse hatte.
00:17:13: Und zwar waren die allerersten, die ich hatte, waren Weinrot.
00:17:18: Und die zweiten, die ich hatte, waren Becher Quart.
00:17:22: Ah, geil.
00:17:22: Okay.
00:17:23: Und
00:17:23: die Becher Quart Jax, da hab ich in den Linken.
00:17:26: vorne eingefädelt eine Holzperle.
00:17:28: So eine hatte ich übrigens auch an einer Dreadlock in meinem Haar.
00:17:32: Eine Holzperle, doch.
00:17:33: Du hattest eine Dreadlock, das
00:17:35: finde ich viel problematischer.
00:17:38: Es war nicht so eine richtige Dreadlock, es war halt so der Versuch ein bisschen.
00:17:42: Also eigentlich habe ich ein Zöpfchen geflochten, bei der Hälfte eine Holzperle eingefädelt, das Zöpfchen fertig geflochten und dann immer auf dieses Zöpfchen so gerieben, dass es so verfilzt.
00:17:51: Okay.
00:17:52: Genau.
00:17:53: Und auch in dem Rechtenchor-Chucks hatte ich... Was ist die?
00:17:57: Chuck.
00:17:58: Chuck's?
00:17:59: Chuck's sind die Schuhe.
00:18:01: Einer ist ein
00:18:01: Chuck.
00:18:02: Ein Chuck.
00:18:03: Oder Jack.
00:18:04: Also im linken Chuck hatte ich eine Holzperle.
00:18:06: Im rechten Chuck hatte ich ein Glöckchen.
00:18:09: Klar.
00:18:09: Glöckchen hatte ich auch an meinen Chuck's.
00:18:11: Ich hatte leider keine Originale.
00:18:12: Aber ich hab die immer angemalt und beschrieben, damit's nicht so auffällt, dass der Stern da nicht draufklebt.
00:18:17: Und hab mir mal coole Schnürsenkel gekauft.
00:18:19: Weißt du, ist eigentlich auch ein Interessantes bei zweitausender Logik?
00:18:22: ... zweitausender Modellogik.
00:18:25: Das war ja die Zeit der Spaghetti-Zräger.
00:18:27: Und zwar sowohl an den Oberteilen als auch an den Unterhöschen.
00:18:30: Ja.
00:18:31: Dass wir damals schon viel Geld bezahlt haben für verdammt wenig Stoff.
00:18:34: Für wenig
00:18:34: Stoff.
00:18:35: Da hast du absolut recht.
00:18:37: Das war die Zeit der Stringtunger.
00:18:38: Und ich weiß, da gab's ein Geschäft.
00:18:40: Ich glaub, diese Kette gibt's gar nicht mehr.
00:18:41: Kolosseum.
00:18:43: Hieß das.
00:18:43: Ah, das
00:18:44: sagt... Und da gab's für irgendwie keine Ahnung, ein Euro, ein Stringtunger.
00:18:49: Und zwar nicht so ein bisschen.
00:18:51: String-Tanger, sondern String-String-Tanger.
00:18:54: Also eigentlich, da war ja ein Ländenschutz wie in Wintermonton.
00:19:01: Und das war dann so diese unangenehme Stoffbeschaffenheit von irgendwie so Gummischnürchen mit so harten Polyester drüber, obwohl ich mir damals in die Arschritze gekannt habe, dass die nicht wund geworden
00:19:16: ist.
00:19:17: Voll.
00:19:18: Heute
00:19:18: schmiess dem Baby Creme zwischen die Backen, wenn sie Windel anhatte, die hätt ich damals auch gebraucht.
00:19:22: Die
00:19:23: hättest du brauchen können und das Puder gleich dazu.
00:19:25: Ja, aber wirklich.
00:19:26: Aber wann hast du dann deinen ersten Tanger gekauft?
00:19:29: Paar, ich weiß nicht mehr wann es war, aber ich kann dir sagen, wie dieser heiß geliebte Kolosseumstanger von mir aus sah, pottenhesslich, der war schwarz und auf dem bisschen Stoff, was da war, wann... Was?
00:19:47: Grüne Melonen mit einem lachenden Gesicht.
00:19:53: Wir
00:19:53: hatten alle diese...
00:19:55: Aber, Entschuldigung, diese Stringtanger hatte man ja sogar an, wenn man seine Periode hatte, was ich ja heute nie
00:20:01: machen würde.
00:20:02: Also das kannst du nicht verallgemeinern, weil ich habe zum einen, glaube ich, in meinem Leben fünf Stringtangers besessen.
00:20:09: Einen, weil ich das Gefühl hatte, ich muss auch einen haben, weil alle einen hatten, den habe ich von meiner Mutter versteckt, den habe ich mit der Hand gewaschen, weil ich wusste, wenn ich denen in die Wäsche werfe.
00:20:18: Dann sagt die Frau, haben sie sonst noch alle Tassen in ihrem Schrank?
00:20:21: Junge Dame, machen sie mal auf, würde ich gerne mal reinschauen.
00:20:25: Weben willst du deinen Arsch zeigen?
00:20:26: Du bist dreizehn.
00:20:28: So, was soll das?
00:20:29: So, das wäre die Reaktion zu Hause, schätze ich mal gewesen.
00:20:33: Und ich wollte, auch mir das nicht, ich wollte nicht zeigen, dass das was ist, wofür ich mich interessiere, meinen Arsch zu zeigen.
00:20:40: Verstehst du wie meine?
00:20:42: So.
00:20:43: Und auch nach wie vor mag ich das nicht.
00:20:45: Und wenn ich meine Periode habe, habe ich schon immer, seit ich meine Tage habe, trage ich da schwarze Unterwäsche.
00:20:49: Das ist bei
00:20:50: mir auch
00:20:51: so.
00:20:52: je baumwolliger, desto besser.
00:20:54: Und dann habe ich mir jetzt vor zwei Jahren nochmal einen Tanga gekauft, weil der so gut zu einem tollen BH gepasst hat, den ich gekauft habe.
00:21:01: Und dann habe ich das schick gefunden.
00:21:02: Aber da kann ich mich auch nicht ernst nehmen.
00:21:04: beim Spiegel, wenn ich da stehe, dann guckt der Arsch raus, wenn ich mir so, das ist nicht gecheckt, wie anziehen geht.
00:21:09: Es ist was anderes, wenn ich jetzt Hottie, Karotte, sexy Dessous anziehe.
00:21:13: Weil dann ist das ja ein Kunstwerk, weißt du?
00:21:15: Dann ist das ja ein bisschen, dann ist das Arzi.
00:21:17: Und dann, dann, dann, dann verkleide ich, dann, dann mal ich mich ja damit quasi an.
00:21:22: Aber wenn ich jetzt unironisch im Alltag möchte, dass meinen blanken Arschbacken am Jeansstoff schubbern, dann weiß ich nicht.
00:21:29: Also wenn das soweit ist, dann weiß ich, dass es mir nicht gut
00:21:34: geht.
00:21:34: Also wirst du uns auf jeden Fall einig, das Stringtanger von Colosseum ist kein Kunstwerk.
00:21:39: Ist
00:21:39: kein Kunstwerk.
00:21:40: Und bei Stringtangers
00:21:42: mache ich nicht mit.
00:21:45: Ich möchte dich einladen, einen anderen Trend mitzumachen, Sophie.
00:21:51: Du bist ja eine analoge Person, aber du bist auch die Social Media Beauftragte von Reich Aber Schön.
00:21:55: Und vielleicht ist dir kürzlich mal aufgefallen, dass sowas kursiert im Internet.
00:22:01: Und zwar, dass sämtliche Leute Bilder aus zwei Tausend Sechzehn Posten.
00:22:06: Dann klug wie ich bin.
00:22:08: Habe ich mich jetzt wirklich ein paar Wochen lang gefragt, was wollen die alle?
00:22:11: Warum posten die alle?
00:22:13: aus... aus...
00:22:15: aus... aus... aus... aus... aus... aus... aus...
00:22:20: aus... aus... aus... aus... aus... aus... aus... aus... aus...
00:22:23: aus... aus... aus... aus... aus... aus... aus... aus... aus... aus... aus...
00:22:28: aus... aus... aus... aus... aus...
00:22:28: aus... aus...
00:22:31: Also irgendwann hat es dann klick gemacht und dann habe ich mir gedacht, Mensch soll ich da auch mitmachen?
00:22:36: Was würde ich denn da posten?
00:22:37: Was war denn?
00:22:38: Was war denn?
00:22:38: Was war denn?
00:22:38: Was war denn?
00:22:39: Was war denn?
00:22:39: Was war denn?
00:22:39: Was war denn?
00:22:40: Was war denn?
00:22:40: Was war denn?
00:22:40: Was war denn?
00:22:41: Was war denn?
00:22:41: Was war denn?
00:22:42: Was war denn?
00:22:42: Was war denn?
00:22:43: Was war denn?
00:22:43: Was war denn?
00:22:44: Was war denn?
00:22:44: Was war denn?
00:22:45: Was war denn?
00:22:45: Was war denn?
00:22:45: Was war denn?
00:22:46: Was war denn?
00:22:46: Was war denn?
00:22:47: Was war denn?
00:22:47: Was war denn?
00:22:47: Was war denn?
00:22:48: Was war denn?
00:22:48: Was
00:22:48: war denn?
00:22:49: Was war denn?
00:22:49: Was war denn?
00:22:50: Was war denn?
00:22:51: Was war denn?
00:22:51: Was war denn?
00:22:52: Was war denn?
00:22:52: Was war denn?
00:22:53: Was war denn?
00:22:53: Was war
00:22:53: denn?
00:22:54: Was war denn?
00:22:54: Was war denn?
00:22:54: Was war denn?
00:22:55: Was war
00:22:55: denn?
00:22:55: Was war denn?
00:22:56: Was war denn?
00:22:56: Was war denn?
00:22:56: Was war denn?
00:22:57: Was war denn?
00:22:57: Was war denn?
00:22:58: Was war denn?
00:22:58: Was?
00:22:58: Und Donald Trump wird erstmals US-Präsident.
00:23:01: Das ist zehn Jahre her.
00:23:04: Das ist zehn Jahre
00:23:05: her.
00:23:05: Das schockt mich gerade, weil da ... Okay, ja.
00:23:09: Stimmt.
00:23:09: Und ich kann mich daran erinnern, als ich damals in der Früh in die Arbeit gefahren bin und dann auf dem Handy die Live-Übertragung angeguckt hab.
00:23:18: Und ich wirklich bis zum Schluss gebippert hab und mir gedacht hab, Hillary, du machst das Rennen.
00:23:24: Du machst es doch, ja.
00:23:25: Ich war nicht die Einzige, die in der S-Bahn stand und das angeguckt hat.
00:23:29: Und auf einmal war es dann raus und das gemerkt, wie so ein richtiges Raunen durch die Bahn ging.
00:23:34: Daran erinnere ich mich noch.
00:23:36: Es ist auch das Jahr der Hülsenfrüchte.
00:23:39: Hast du eine Lieblingshülsenfrucht?
00:23:40: Ja, die Beluga-Linsel.
00:23:43: Es ist die Orange.
00:23:44: Nein, das ist die Schwarze.
00:23:47: Ach so.
00:23:49: Dann ist das meine Lieblingshülsenfrucht.
00:23:52: Dann kann ich dir sagen, es war ein Jahr, in dem unfassbar viele berühmte Persönlichkeiten gestorben sind.
00:23:59: David Bowie, George Michael, hat sein Last Christmas verbracht, der ist damals am ersten Weihnachtsfeiertag gestorben, meine ich nicht zu erinnern.
00:24:07: Ellen Rickman, Alice Snape.
00:24:08: Ja, ja, ja, ja.
00:24:08: Ja, ja, ja, ja.
00:24:09: Ja, ja, ja, ja.
00:24:09: Ja, ja, ja, ja.
00:24:09: Ja, ja, ja, ja, ja.
00:24:09: Ja, ja, ja, ja, ja.
00:24:10: Ja, ja, ja, ja, ja.
00:24:10: Ja, ja, ja, ja, ja.
00:24:11: Ja, ja, ja, ja, ja.
00:24:11: Ja, ja, ja, ja, ja.
00:24:11: Ja, ja, ja, ja, ja.
00:24:12: Ja, ja, ja, ja, ja.
00:24:12: Ja, ja, ja, ja, ja.
00:24:12: Ja, ja, ja, ja, ja.
00:24:13: Ja, ja, ja.
00:24:13: geschnitten haben?
00:24:14: Ja, aber es hätte ich gedacht, dass das noch ein bisschen
00:24:16: länger her ist.
00:24:17: Ach, das war auch.
00:24:17: Das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war
00:24:22: auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war auch,
00:24:26: das war auch, das war auch, das war auch, das war auch, das war, das war, das war, das
00:24:28: war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war,
00:24:30: das war, das war, das
00:24:30: war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war, das war,
00:24:33: das war, das war.
00:24:33: Ja, das wusste ich noch, das wusste ich noch.
00:24:35: Hast du das jemals gemacht?
00:24:36: Nein, ich habe nicht einmal die App gehabt.
00:24:40: Ich auch nicht, ich hatte aber auch nie Pokémon-Karten.
00:24:42: Ich hatte einen einzigen Sticker von so einem blauen Pokémon, den mir ein Kumpel ungefragt einfach in meinen Dittelordner geklebt hat.
00:24:51: Frechheit.
00:24:54: Genau, aber es war, auch das Jahr, in dem ich angefangen habe, wirklich Vollzeit in meinem Beruf zu arbeiten.
00:25:03: Also ich habe davor schon angefangen, nebenbei Journalismus zu machen.
00:25:07: Aber im Jahr zwei Tausend Sechzehn, also ich arbeite jetzt dann im Frühjahr, sind es tatsächlich zehn Jahre, die ich Vollzeit als Journalistin arbeite.
00:25:12: Ja,
00:25:13: wow, hey, gratuliere!
00:25:14: Hätte
00:25:14: ich meinen ersten Vollzeitfest angestellten Job beim Radio.
00:25:18: Alter Schwede, nice!
00:25:21: Und zwei Wochen, bevor ich beim Radio meinen Job angetreten habe, habe ich mich von meinem damaligen Freund getrennt.
00:25:28: Ja, der ist ein bisschen zu viel, um die Häuser gezogen.
00:25:30: Okay.
00:25:31: Mit anderen Damen.
00:25:32: Okay.
00:25:33: Na da, das war selber schuld.
00:25:36: Und dann habe ich mir gedacht, so, jetzt habe ich die Schnauze voll.
00:25:38: Ich konzentre mich jetzt auf mich, das wird das Ja, der Katin.
00:25:41: Ja.
00:25:42: Geil.
00:25:42: Ja.
00:25:43: So.
00:25:43: Ach Katja, ja.
00:25:44: Genau.
00:25:45: Ich fange es dann in zwei Wochen meinen Job an und es ist cool und ich werde jetzt durchstarten im Radio und alles cool.
00:25:50: Dann ist mir zwei Wochen nach Stadt beim Radio
00:25:53: der Kommissario vor die Küse
00:25:55: gelaufen.
00:25:56: Nein.
00:25:57: Tatsache.
00:25:59: Und jetzt habe ich dieses alte Foto rausgegraben.
00:26:01: und dann habe ich mir gedacht, oh, da war ich eigentlich fast schon
00:26:03: ein bisschen her.
00:26:04: Da warst du auch noch so jung.
00:26:06: Ja, und ihr noch mal zwei Jahre jünger.
00:26:08: Ja,
00:26:09: aber du hast damals schon gedacht, dass du voll erwachsen bist.
00:26:12: Mit Sicherheit.
00:26:15: Damals wusste ich noch nicht, dass Skinny Chines nicht meine Wipes sind.
00:26:18: Aber ich wusste damals schon, Tattoo-Ketten und ich werde niemals Freunde nennen.
00:26:22: Das wird einfach nicht passieren.
00:26:23: Ja, das geht bei mir auch nicht wegen dem... Ich habe hier so ein... Also unter dem Kinn, zwischen Kinn und da wo bei Männern der Adamsapfel sitzt, da wo diese Schluckberwegung ist, da habe ich es so schräg gehaut.
00:26:36: Man nennt es auch Schlund.
00:26:38: Wie so ein Gockel.
00:26:39: Wie so ein Gockel oder so ein Tothand.
00:26:43: Und deswegen geht das nicht mit dem Kopfband, weil da fehlt mir die Jawline.
00:26:47: Wie dumm eigentlich.
00:26:48: Wir sind reich, aber schön und wollen ja eigentlich auch mit Schönheitssachen aufbrechen.
00:26:53: Und jetzt erkläre ich uns schön, warum ich das nicht tragen kann.
00:26:56: Ich kann das tragen.
00:26:57: Ich trag das, weil ich es nicht mag.
00:27:00: Ich finde Maschentratoptik halt nicht schön.
00:27:02: Und es liegt nicht an meinem... Hals und auch nicht an meine Jawline.
00:27:07: Aus.
00:27:09: Also wirklich.
00:27:10: Das passiert mir manchmal, gell?
00:27:11: Und dann sage ich das.
00:27:12: Ich meine, wir haben Hunderte von Hörerinnen.
00:27:15: Was denken die sich denn?
00:27:16: Was sollen die sich denken?
00:27:18: Sophie.
00:27:20: Ganz ehrlich.
00:27:21: Du bist doch auf dem Weg.
00:27:22: Du bist doch auf deiner Selbstdiebereise.
00:27:24: Lass dich doch nicht von so Wörtern wie Jawline verunsächern.
00:27:27: Ihr habt recht.
00:27:29: Genau.
00:27:29: Es können nicht die Tattoo-Ketten schon sein, die dich unsicher machen.
00:27:33: Lass uns weitermachen mit zwei Tausendsechzehn.
00:27:35: Los, ab die Lucy.
00:27:36: Zwei Tausendsechzehn war das Jahr, in dem ich zum ersten und einzigen Mal Stuttgart besucht habe.
00:27:41: Cool.
00:27:44: Okay.
00:27:45: Zwei Tausendsechzehn war das Jahr, in dem ich ... Blasenentzündung aus der Höhle hatte.
00:27:50: Geil!
00:27:51: Inwiefern das mit dem Kennenlernen vom Commissario zusammenhängen, kann sich jetzt hier das Selbst ausdenken.
00:27:58: Das war das Jahr, zwei Tausendsechzehn.
00:28:00: Das war dein zwei Tausendsechzehn?
00:28:02: Mhm.
00:28:03: Und ich habe vom Commissario eine sehr besondere, seltene Beatles-Platte, Minuplatte, schenkt bekommen, die er in Liverpool gekauft hat.
00:28:13: Dann erinnere ich mich auch
00:28:14: noch.
00:28:14: Wie schön.
00:28:15: Beatles habe ich heute in der Arbeit ganz viel gehört.
00:28:17: Die Beatle Hits, die kann ich alle mitsingen.
00:28:19: Da muss ich mich immer so zusammenreißen.
00:28:21: Wenn ich dann dahinter am Tresen stehe, ich arbeite als Servicekraft, stehe ich dann am Tresen, dann mixe ich da die Drinks und zerstampfe da eine kleine Zitrone mit meinem Stüssel und dann steht, you can't buy me love.
00:28:35: everybody tears me so.
00:28:37: Und dann will ich ja schon wieder loslegen, muss ich mich zurückhalten.
00:28:40: Und dann wippts am Fuß, aber ich muss versuchen, den Kopf ganz gerade zu halten und die Container noch zu bewahren.
00:28:47: Oder wie mein Patten-Unkel, Elbrillen-Unkel David sagen würde, ein bisschen Kontinenz bitte.
00:28:57: Wenn du das so mitfippst und singst, stelle ich mir dich jetzt auch so bei deinem neuen Hobby vor.
00:29:01: Du warst jetzt schon, sage ich in der Schreibung, zweimal in der Chorprobe.
00:29:05: Ich sag es euch.
00:29:07: Es ist so geil.
00:29:07: Also sucht euch ein Tennis.
00:29:11: Sucht euch ein Hobby.
00:29:13: Ganz ehrlich, also die meisten machen das ja eh, ich bin ja late to the party, ich weiß eh, aber das ist ja einfach nur schön dort.
00:29:19: Wir singen, alle sind voll nett, so, ich werde das so offen und herzlich empfangen.
00:29:25: Wir machen da Aufwärmübungen, wir singen hochepische Chorgesänge, die modern sind, die alt sind, die uralt sind.
00:29:33: Jetzt haben wir gerade ein Lied gesungen, den Text hat Hilgert von Bingen geschrieben und Ola Geilo.
00:29:39: ist der Komponist, der das dazu kombiniert hat.
00:29:41: Der heißt Ola Geilow.
00:29:42: Ja, das passt übrigens zu Hildegard von Bingen.
00:29:44: Ich weine, möglicherweise muss ich es kommende Woche wieder klarstellen.
00:29:47: Ich meine, Hildegard von Bingen, die gute Nunne, von ihr stammt die erste Beschreibung eines weiblichen Orgasmus.
00:29:55: Ah, das habe ich auch.
00:29:56: Oh, vielleicht müssen wir das nicht klarstellen.
00:29:58: Es kann sein, dass es stimmt.
00:30:01: Aber ist das alles, was dir zu Jahrzehnten einfällt?
00:30:04: Ja, die Hälfte vom Jahr wird dann ein bisschen trüber.
00:30:07: Also ich hatte das
00:30:08: Gefühl, dass
00:30:10: in der ersten Jahr der Hälfte, da erinnere ich mich an mehr Sachen als in der zweiten Jahr der Hälfte.
00:30:15: Ähm, im Jahr zwei Tausendsechzehn, ach nee, jetzt warte mal, ich glaube, in dem Jahr hat auch meine Kussine geheiratet und ich habe mal wieder den Bratsch rausgefangen.
00:30:28: Und dann höflich weitergereicht.
00:30:32: Und an die Braut zurückgegeben.
00:30:34: Nein.
00:30:35: Du
00:30:35: den kannst behalten.
00:30:37: Nee.
00:30:38: Verheiratet bin ich immer noch nicht.
00:30:40: Ja, aber ich finde das immer so schön, wie du das sagst.
00:30:43: Das liebe ich sehr, weil ich das absolut nachempfinden kann, wenn du sagst, ich will nicht heiraten.
00:30:48: Ich will halt gern verheiratet sein.
00:30:50: Oder irgendwie so sagst du das doch immer.
00:30:51: Ich sage mir, ich wäre gerne mit dem Kommissarier verheiratet, aber ich will ihn nicht heiraten.
00:30:55: Ja,
00:30:55: genau.
00:30:55: Weil
00:30:56: mir dieses Climbim-Ausrung irgendwie Druck macht.
00:31:00: Ja, ja, voll.
00:31:01: Und
00:31:01: Sitzordnungen und Einladungen und save the date und Gästebuch.
00:31:05: Ja, ja, ja.
00:31:06: Und natürlich kann man es machen, wie man möchte, aber es bleibt halt Druck, irgendwie dann manchmal über die Verwandtschaft oder Angehörige oder wie auch immer.
00:31:13: Und das verstehe ich.
00:31:14: Sonst ist es eh smart.
00:31:16: Was war denn in dem Jahr zwei Tausendsechzehn bei dir so los?
00:31:18: Warst du zwei Tausendsechzehn, möglicherweise auch in Stuttgart?
00:31:21: In Stuttgart war ich nicht,
00:31:24: aber... Was war dein zwei Tausendsechzehn?
00:31:27: Da sind alle Handsachen passiert.
00:31:30: Ich hatte meinen ersten Job als Catering-Frau.
00:31:33: Im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer,
00:31:40: im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer,
00:31:43: im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer,
00:31:57: im Sommer,
00:31:58: im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer.
00:32:02: Zurück fast nicht, aber schon.
00:32:06: Es war wirklich saugnab.
00:32:08: Vor allem wäre ich fast ohne Gepäck geflogen.
00:32:10: Aber ich habe es geschafft.
00:32:12: Dann ist aus dieser Situation ist dann die Idee für meine erste Selbstständigkeit passiert.
00:32:19: Das war dann gar nicht meine erste Selbstständigkeit, aber ich hab angefangen oder hab mit der Idee gespielt, Privatköchen zu sein und Leute zu mir nach Hause ins Wohnzimmerrestaurant einzuladen.
00:32:30: Da gibt es sogar noch ...
00:32:31: So Wohnzimmerkonzerte.
00:32:32: Ja, genau, das Ganze aber Wohnzimmerrestaurant.
00:32:35: Und da gibt es sogar noch eine Instagram-Seite, die man da zu besuchen kann.
00:32:40: Mich
00:32:40: sagt das Sophie.
00:32:41: Nein, die ist Estisch by Sophie, getrennt mit Unterstrich.
00:32:45: Das war meine gute Idee.
00:32:48: Ich finde es schön, dass du immer sehr mit dieser ernsthaftigkeit in deine Projekte reingehst und dir erst mal als hyper-digitale Person dir erst mal den Instagram-Kanal checkst.
00:32:58: Aber den habe ich sogar auch ein bisschen gefüttert, weil das war was, was ich wirklich gerne machen wollte.
00:33:04: Ich wollte wirklich gerne Privatköchen werden.
00:33:08: Da gibt es doch dieses Buch von Martin Souter.
00:33:10: Der
00:33:10: Koch.
00:33:11: Ja, großartig.
00:33:12: Ging es da nicht
00:33:12: darum?
00:33:13: Ja, da geht es um einen, der so kochen kann, dass du unbedingt
00:33:15: ein Sexolo...
00:33:17: Gogi machen willst.
00:33:19: Afrotisierend.
00:33:20: Ja,
00:33:21: genau.
00:33:21: Man kocht, genau.
00:33:22: Aber da ging es, aber die machen das auch irgendwie privat.
00:33:25: Genau.
00:33:26: Aber schon mit dem Sexgedanke.
00:33:28: Die bieten das ja als sexy Dinner an und dass man danach so voll hot irgendwie ist.
00:33:33: Aber ich dachte, man soll nicht dort essen.
00:33:34: Egal.
00:33:35: Da ist dann die Idee eben entstanden, irgendwie, dass ich gerne Privatköchen und eben zu Hause das irgendwie machen möchte und hab da auch das richtig angetrieben.
00:33:43: Es gab ein Fotoshooting.
00:33:45: Es gibt die Instagram-Seite.
00:33:47: Ich hab angefangen, Probe-Dinner mit Freunden und Freundinnen zu kochen.
00:33:50: Hab die ersten Events irgendwie verkauft und fand das auch richtig, richtig cool.
00:33:55: Und bin dann aber ... Und dann hat das alles ein bisschen durcheinandergebracht.
00:34:02: Und dann ist diese Traum und diese Idee, den habe ich dann so ein bisschen auf Eis gelegt.
00:34:05: Aber im Jahr zwei Jahrzehnte war ich richtig aktiv als SS-Tisch-Sophie.
00:34:11: Das war auf jeden Fall ziemlich cool, im Jahr zwei Jahrzehnte.
00:34:16: Das habe ich im Sommer auch noch in der Bierbar gearbeitet, in dem Dorf, wo ich herkomme.
00:34:21: Da hat eine Brauerei auch... Es ist
00:34:22: eine Stadt.
00:34:25: Entschuldigung.
00:34:26: Aus der Stadt, aus der kleinen, süßen Stadt, aus der ich komme, da ist auf einmal jemand aufgetaucht, der hat gesagt, ich mache jetzt hier eine kleine Brauerei und ich brauere jetzt hier mein hängenes Bier.
00:34:36: Und das fand ich cool.
00:34:37: Und da bin ich dann hin, da habe ich ein bisschen gearbeitet.
00:34:39: Das fand ich nett.
00:34:39: Da habe ich da ein bisschen noch Bier verkauft.
00:34:42: Und ich glaube, ohne das Erlebnis... Anfang des Jahres, das wäre alles gar nicht möglich gewesen.
00:34:52: Also, tatsächlich ist es ja so, dass mir der Trend begegnet ist.
00:34:55: In den letzten Tagen, Wochen schon, Tagen eher, glaube ich.
00:34:59: Also, zumindest in den letzten Tagen ist es mir aufgefallen, dass man eben diesen Rückblick nach dem Jahr.
00:35:03: Ja, sehr froh, dass ich diese Woche schon gesehen habe.
00:35:06: Und nicht erst im Juni.
00:35:08: Im Juni, jetzt finde ich, ich habe sie dann noch bis zum Jahr.
00:35:16: Und ich habe mich an mich nichts erinnern können.
00:35:18: Und dann habe ich mir irgendwann gedacht, so, warum kann ich mich an nichts erinnern?
00:35:22: Ja, muss passiert sein.
00:35:23: Also ich war dabei.
00:35:26: Ich gehe davon aus.
00:35:26: Ja,
00:35:27: und dann habe ich gemerkt, dass es irgendwo vergraben ist, dass es so ein bisschen verschüttgegangen ist.
00:35:31: Weil es war definitiv kein A-Ein sei A. Hier überlegen wir mal, was ich ... Das war
00:35:37: das Jahr des Holzschafes.
00:35:38: Ja, ich habe mich auch ... gleichermaßen wie ein Holzschaf und wie ein Feueraffe gefühlt, das kann ich dir sagen.
00:35:44: Das Jahr, an dem ich aus Berlin zurückgezogen, wenn ich habe ja einige Jahre in Berlin gelebt und habe dann irgendwann die Entscheidung aus gesundheitlichen Gründen getroffen, die Stadt zu verlassen, weil ich auch schwer depressiv war und da irgendwie in Berlin so auf die letzten Meter irgendwie, da ist zu viel auf der Strecke geblieben und das war dann die richtige Entscheidung des Kapitel Berlin.
00:36:10: in dem Fall so weit erst mal abzuschließen.
00:36:13: Und
00:36:14: dann bin ich bei meinen Eltern wieder eingezogen, was auch irgendwie ein krasser Schritt war.
00:36:20: Aber ich war absolut hilfsbedürftig.
00:36:23: Darf ich da was zwischenfragen?
00:36:24: Ja, bitte.
00:36:25: Wenn du mal ausgezogen bist zu Hause, dann bist du raus in die große weite Stadt Berlin.
00:36:31: Ich maße mir jetzt das Urteil an, dass sich die Stadt vielleicht ein Stück weit gefressen hat.
00:36:35: Absolut.
00:36:36: Und dann kommst du zurück nach Hause, eine Überwindung gekostet, weil sich es angefühlt hat wie Scheitern und Rückschritt?
00:36:43: Oder konntest du es nehmen, als du bist hilfsbedürftig?
00:36:47: Und das ist jetzt wie eine Medizin?
00:36:52: Es war schon eine aktive Entscheidung von mir zurückzugehen.
00:36:56: Und meine Eltern haben mir aber auch ganz klar signalisiert, du kannst auch zu uns kommen.
00:37:00: Also es war, ich habe das schon irgendwie geteilt mit denen, dass es mir nicht gut geht.
00:37:06: Und dann haben die ganz klar gesagt, hey, wir holen dich, wir kommen, wir wollen wissen, wie es dir geht.
00:37:11: Und du kannst jederzeit zurückkommen.
00:37:12: Es gibt hier Platz für dich.
00:37:15: Und das habe ich dann dankend angenommen, weil ich auch wusste, wenn ich jetzt die Stadt nicht verlasse, dann bin ich nächsten Winter nicht mehr da.
00:37:22: weil es war wirklich sehr düster und eine sehr dunkle Zeit.
00:37:31: Und bin dann zurückgekommen und wir sind sofort nach Island geflogen.
00:37:38: Es war so ein Familienurlaub und das würde ich deswegen detailliert erzählen, weil das nämlich dann eigentlich der Knallpunkt war für mich, das Jahr zwei Tausendsechzehn neu und nochmal irgendwie zu starten.
00:37:52: Island war von allen möglichen Familienmitgliedern im weiteren Familienkreis auch schon so ein Sehnsuchtsort.
00:38:00: Und wir haben auch Freunde und Bekannte aus Island.
00:38:05: Und
00:38:05: dann waren die günste so flügig.
00:38:11: Und waren die Flüge so günstig.
00:38:13: Irgendwie hat mein Dad das mitbekommen.
00:38:14: Er hat gesagt, so günstig kommen wir dann nie wieder hin.
00:38:16: Wer hat Lust mitzukommen?
00:38:19: Meine Eltern haben mir damals angeboten, wenn du mitkommen willst, wir finanzieren dir die Reise.
00:38:23: Du kommst im Februar nach Hause und dann machen wir da diese Reise.
00:38:26: und da habe ich mich darauf eingelassen.
00:38:29: Und da habe ich eine Erfahrung gemacht, die mich zurück ins Leben geholt hat, würde ich sagen.
00:38:39: Also zum einen hat dieses diese Insel mir einfach gut getan.
00:38:42: Island ist ja wirklich irre.
00:38:44: Wir waren da eine Woche ungefähr und ich weiß, ich sehe mich da noch auf jeden Hang hochlaufen.
00:38:49: Wir hatten so ein Auto gemietet und so haben die, sind so die ganze Insel befahren hatten, aber in Reykjavik, unseren Standpunkt.
00:38:55: Und wir waren viel draußen, viel gegangen, viel gesehen.
00:38:58: Ich bin jeden Hügel hochgerannt, ich hab Muscheln gesammelt.
00:39:01: Ich war so voll mit mir irgendwie in der Zeit.
00:39:04: Und dann haben wir was ganz Besonderes gemacht.
00:39:07: Und zwar waren wir whale-watchen.
00:39:10: Also die Leute, die das machen, sind Wahlforscherinnen, die nie ganz an die Wale ranfahren, sondern immer gucken, wo sind die?
00:39:17: Das ist alles sehr
00:39:19: sensibel, sehr achtsam.
00:39:21: Ja, achtsam, weil ich glaube, man kann nicht, glaube ich, nicht sagen, das ist tierfreundlich, weil es ist nicht tierfreundlich, mit dem Schiff hinterher zu fahren.
00:39:29: Aber irgendwie war das für mich der Kompromiss, zu sagen, Erklären mir das so, dass ich das Gefühl habe, es ist okay, dass ich das mache.
00:39:35: Wir wollten Orca-Wale sehen.
00:39:37: Es war ... Die Möglichkeit gab es, Orca-Wale zu sehen.
00:39:40: Und ... Also, mit Düster vielleicht musst du das noch ein bisschen erklären.
00:39:44: Ich hab damals nicht gewusst, dass ich depressiv bin, sondern ich wusste nur, alles ist verschoben und alles fühlt sich falsch an.
00:39:51: Ich weiß nicht, wer ich bin, ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich will.
00:39:54: Und alles ist ganz verschütt.
00:39:55: Und ich hab ganz viele schlechte ... Gewohnheiten gehabt.
00:39:59: Ich hab auch ... Ich glaube, wenn ich da nicht die Kurve gekratzt hätte, hätte ich auch ein Alkoholproblem bekommen, weil ich habe Alkohol damals missbraucht auf jeden Fall.
00:40:09: In dieser Woche war auf jeden Fall, es war eine alkoholfreie Woche, weil Alkohol da super, super teuer ist.
00:40:14: Und das war, muss ich leider sagen, was Besonderes, dass ich mal eine Woche keinen Alkohol getrunken habe.
00:40:21: So, lange Rede kurzer sind, wir sind auf dieses Boot, okay?
00:40:24: Wir sind auf dieses Boot zum Whale-Watchen gefahren.
00:40:27: Wir waren alle in so Anzügen eingepackt, wir waren so vierzig, fünfzig Leute auf so einem Kutter und sind rausgefahren.
00:40:35: Und dann sind wir los und düsen los und ich fand das alles total spannend irgendwie auf diesem Weg, weil ich bin ja auch nicht viel auf dem Meer und dann war ich mal weiter draußen auf dem Meer, nie.
00:40:44: Also mit einem Tretboot in Bibione kommt es ja nicht so weit.
00:40:51: So, und dann los.
00:40:52: Und währenddessen dann die Forscher innen damit, in dem da auf der Brücke oben gesessen und immer Infos gegeben, wo wir jetzt hinfahren, warum wir da hinfahren, was für Wale wir da sehen werden, was für Orcawale das da sind, was uns erwarten wird, bla bla bla bla, und fahren da ewig raus, ewig, wirklich.
00:41:06: Also bestimmt, ja, eineinhalb, zwei Stunden oder so, nur ins offene Meer, um überhaupt dahin zu kommen.
00:41:14: Alle in heller Vorfreude.
00:41:16: Und tatsächlich, wir sehen Orcawale.
00:41:18: Es war echt irre.
00:41:19: Wir sind relativ weit weg.
00:41:21: Dann stehen geblieben und haben die wirklich nur so Schämen.
00:41:24: Und
00:41:24: dass sie so groß sind.
00:41:26: Ja, da hatte ich aber auch mal eine Erkenntnis.
00:41:28: Ein Orker ist dann, keine Ahnung, vielleicht so zehn Meter am Boot vorbei geschwommen.
00:41:34: Und der sah verschwindend klein aus.
00:41:37: Der sah winzig aus.
00:41:39: Der sah winzig aus, weil er im Meer war.
00:41:41: Und weil das Meer so riesig ist.
00:41:45: Und da hatte ich auch diesen Moment von solche Tiere werden in SeaWorld
00:41:51: eingesperrt.
00:41:52: Tiere, die
00:41:53: den ganzen
00:41:55: Ozean hatten.
00:41:55: Das war so eine Erkenntnis, die ich in dem Moment hatte.
00:41:58: Und das hat mich so ergriffen.
00:42:00: Und dann war ich schon in so einer berührten Position irgendwie.
00:42:07: Und wir waren so eine Viertelstunde an den Wahlen dran.
00:42:09: Oder das ist eine halbe Stunde gewesen sein.
00:42:11: Und auf einmal heißt er, wir drehen jetzt um.
00:42:12: Und keiner hat es verstanden, weil wir hatten sie ja gerade erst gefunden.
00:42:16: quasi und da mussten wir umdrehen und haben dann gemerkt, dass ein Sturm aufzieht und ein Sturm auf offener See, das geht halt richtig schnell.
00:42:25: Es war so eine krasse Bootsfahrt, weil wir mussten halt gegen die Wellen zur Rückrichtung hafen und dieses Boot ist ständig, die Wellen kamen, das Boot ist nach oben, ist dann fünf Meter nach unten geklatscht, die Leute haben sich an den Stangen festgehalten.
00:42:41: Kinder mussten sich hinten in so einen Raum reinsetzen, damit die nicht vom Boot runtergespült werden.
00:42:47: Es ging wild, okay?
00:42:48: Das Boot ist getanzt, gehüpft, und ich stand vorne im Bug und habe mich an zwei Stangen festgehalten.
00:42:55: Wie Ketten-Ahab.
00:42:57: Ach so, du hast es nicht die Rose bei die Tane gemacht.
00:43:00: Nein,
00:43:01: wir haben
00:43:02: euch nicht ausgebreitet.
00:43:03: Das ging nicht, das wäre lebensgefährlich gewesen.
00:43:05: Aber ich stand an der Stange, ich stand da, der
00:43:08: Sturm Das
00:43:10: Meer, mir ist das Meer ins Gesicht geprescht, die Gisch, der Schaum, das Boot ist immer wieder nach oben, wieder nach unten geknallt, wieder noch einen Meter gemacht.
00:43:20: Wir haben dreieinhalb Stunden für die Rückfahrt gebraucht, weil wir ja gegen die Strömung quasi gefahren sind.
00:43:26: Und ich stand da und habe geschrien, in den Sturm geschrien und habe mein Glück kaum fassen können, hat mir nur gedacht, ich lebe, Leute, ich lebe, ich bin da und ich will eigentlich auch da sein.
00:43:37: Ich muss was verändern, ich will leben, ich will hier sein.
00:43:41: Und ich schwöre dir, ich habe in dem Moment mich fürs Leben entschieden.
00:43:46: Und das war wirklich so, Katja.
00:43:48: Und hatte, hab das alles gefühlt und mich dann irgendwann umgedreht, weil ich war halt in meiner Situation und dann drehe ich mich um, weil ich eigentlich zu meiner Kursine sagen wollte, Alter, ist voll geil, oder?
00:44:01: Und drehe mich um und sehe, dass alle kotzen.
00:44:04: Alle.
00:44:05: Der ganze Kutter war voll gereiert.
00:44:08: Die Leute hingen grün und blau mit den letzten Kräften irgendwo zusammengekauert auf dem Deck da vorne.
00:44:16: Und du hast das Leben gespürt.
00:44:17: Und
00:44:17: ich stand da vorne und konnte gar nicht verstehen, was los ist.
00:44:21: So.
00:44:21: Und ich meine nur so, was ist denn mit euch allen?
00:44:23: Meine Kusine, guck mich an.
00:44:25: kotzt wieder.
00:44:26: Es fliegt ihr die Reierei aus dem Mund.
00:44:28: Der Kashmir-Schal
00:44:30: hat
00:44:31: nicht mehr so doll schön ausgeschaut.
00:44:34: Und für mich war es aber der Wahnsinn.
00:44:36: Und bin dann wieder runter von dem Tuckerboot, als wieder alle angeguckt.
00:44:39: Die Leute sind da teilweise runtergekrabbelt.
00:44:41: Es war wirklich, ich glaube, dass manche dann eine Nahtoderfahrung hatten, aber ich hatte eine Naherlebniserfahrung.
00:44:47: Und hat mich noch beim Captain bedankt, meinte so,
00:44:50: that was the Boat ride I ever had.
00:44:54: Thank you
00:44:54: very much.
00:44:57: Darunter hat meine ganze Familie da ins Auto eingepackt.
00:45:00: Die Heft ist eingeschlafen.
00:45:01: Ich hab erst mal gebrotzeitet, weil ich war ...
00:45:05: Ich war ... Mir
00:45:06: hat's wieder geschmeckt.
00:45:07: Ich hatte ... Ich hab ja auch da Kraft gelassen.
00:45:09: Ich hab auch gereschrien.
00:45:11: Die ganze ... Die Gezeiten angeschrien.
00:45:14: Und dann ist ... ... ist es im Jahr ... ... ist es im Jahr ... ... für mich da losgegangen.
00:45:18: Und dann passiert ...
00:45:20: Einfach mal was zu ...
00:45:22: Das war eine ganz lange Reise noch.
00:45:24: Das ganze Jahr war schwer und beschwerlich.
00:45:26: Aber ich habe in dem Moment entschieden, dass ich nicht sterben will.
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