#16 Die, in der Männer Brote angeln
Shownotes
Wie wärs mit dem Neujahrsvorsatz "gelassen, Flüge verpassen"? Sophie fühlt sich an der Wursttheke wohl wie ein Fisch im Wasser und Katja bleibt vegetarische Beobachterin.
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00:00:00: Das dritte Mal war mein Papa schuld.
00:00:02: Da wollte ich dann wieder von meiner Heimat zurück nach Berlin fliegen.
00:00:07: Mein Dad hatte damals gemeint, ich zahl dir den Flug, es ist überhaupt kein Problem.
00:00:12: Passt schon, mach ich.
00:00:14: Und wir kommen in der Früh zum Flughafen und ich hab geparkt und meine Eltern wollten mich verabschieden und wir gehen dahin und da gab es ja auch noch Personaldesign eingeschickt hat und haben die gesagt, ja, mir leid aber der Flug ist schon weg.
00:00:25: Dann stehe ich da und denke, guck, meine Eltern meint, es ist schon wieder passiert.
00:00:29: Und dann meinte die Frau am Schalter, ja, der Flug ist seit gestern schon weg.
00:00:35: Mein Dad hat den falschen Flug
00:00:36: gebucht
00:00:37: und wir waren einfach gedacht, dass der Flieger an dem Tag geht.
00:00:40: Und damit kommen wir sommer sommer um auf dreimal Flugverpasst.
00:00:45: Ich weiß, das lässt dich wortlos zurück, aber was soll ich machen?
00:00:48: Ich kann es für mich hodder.
00:00:49: Ich in
00:00:49: meiner Reiseangst zum Beispiel, ich hier profitiere ja nur von diesen drei Situationen, weil ich weiß, wie sich das Anfülltenflug zu verpassen.
00:00:56: Das heißt, wenn ich jetzt auf dem Weg bin, dann stehe ich da und denke mir, ich probiere jetzt alles, dass das klappt.
00:01:03: Erfahrungsgemäß.
00:01:04: Kann es passieren, dass es nicht klappt, aber die Welt geht auch nicht unter.
00:01:08: Tipptopp ist perfekt, es macht mich extrem entspannt.
00:01:11: Extrem.
00:01:13: Ich glaube, ich bin bereit für eine Fernstrecke.
00:01:36: Kannst du was sagen zum Jahr?
00:01:37: Bist du schon bereit oder passiert das bei dir immer eher dann im Januar?
00:01:40: Wie bist du so?
00:01:41: Bist du melancholisch, nachdenklich?
00:01:43: Hast du Vorzeit?
00:01:44: Nimmst du dir was vor?
00:01:46: Ja, das eine oder andere habe ich schon an Vorsätzen auf dem Zettel.
00:01:49: Das, was ich mir schon seit vielen, vielen Jahren vornehme und ich versuche jedes Jahr wieder, Gelassenheit.
00:01:56: Ich würde sagen, dass es mit dem Alter immer besser wird.
00:01:58: Aber ich würde mich jetzt nicht grundsätzlich als einen gelassenen Typen bezeichnen.
00:02:03: Ich würde dich auch nicht per se als gelassene Person bezeichnen.
00:02:07: Aber immerhin, sedativ bist du gelassen.
00:02:10: Und das finde ich immer ein Haben oder nicht haben.
00:02:14: Und es geht für dich auf die haben Seite.
00:02:17: Manchmal bin ich gelassen.
00:02:20: Manchmal lasse ich es auch mit der Gelassenheit.
00:02:22: Das steht
00:02:23: tatsächlich auch immer mal wieder bei irgendwelchen Geburtstagskarten drin, dass man mir wünscht, dass ich Gelassenheit finde und so weiter.
00:02:31: Ich denke mir dann immer bin ich wirklich Sohne, unzugängliche Sohne.
00:02:35: Ungelassene Person.
00:02:36: ist es wirklich so?
00:02:38: Und ganz ehrlich, ich wünsch dir Gelassenheit.
00:02:40: Ja, ich wünsch mir auch Gelassenheit.
00:02:42: Aber erklär mir doch mal, wie es funktioniert, gelassen zu sein.
00:02:45: Gelassen hier, also wer ist ein Ikea-Regal?
00:02:47: Hier bauen Sie sich mal Gelassenheit auf.
00:02:50: Scheiß!
00:02:51: Natürlich wär ich gelassen, wenn ich wüsste, wie es geht.
00:02:55: Weißt du was?
00:02:56: Sagst mal mit mir, wo hinfliegen.
00:03:10: Hey, ich hab was erlebt.
00:03:18: Eine gute Freundin von mir ist gerade auf Wohnungssuche und hat mich gebeten, sie zu begleiten.
00:03:25: Was ich verstehen kann, wenn man eine Wohnung besichtigt, ist es glaube ich gut, noch jemanden mit dabei zu haben, der die Bude irgendwie anguckt und mit überlegt ist es der Weib, es fühlt sich das gut an so und da habe ich mich natürlich gerne dazu bereit erklärt diese Wohnungsbesichtigung zu begleiten.
00:03:47: Ich habe vorab das Exposé dieser Wohnung gesehen, also ich habe Fotos gesehen von den Räumlichkeiten und das sah schon alles wirklich richtig spannend aus, muss aber dazu sagen, dass auf diesen Fotos war diese Wohnung eingerichtet, also es waren keine Fotos von der leeren Wohnung, sondern von einer bewohnten Wohnung mit Menschen, die dort lebten, die einen sehr extravaganten, fast schon exzentrischen Wohnstil hatten.
00:04:14: Und die haben, das war ein Altbau.
00:04:17: mit sehr, sehr hohen Decken.
00:04:19: Und alles war so super, royal eingerichtet.
00:04:23: Also lange, brokart, Vorhänge, bunte Wände.
00:04:26: Ein Raum war auf den Fotos komplett blau, mit so, ich weiß gar nicht, wie man das mobiliert.
00:04:31: Das dazu passt, wie man das nennt oder wo man das einordnet.
00:04:38: Du hast jetzt schon angefangen mit der Geschichte und dann war ich schon so... Was verwendet sie hier für Wörter?
00:04:46: Dieses Vorhangwort habe ich noch nie gehört.
00:04:48: Ich möchte jetzt aber auch flexen und sagen, könnten es möglicherweise arabesque Möbel gewesen sein?
00:04:53: Ja, oder vielleicht geht es eher in die
00:04:54: Richtung... Einfach nur, um ein Wort zu dropen,
00:04:56: dass es nicht bei
00:04:57: XXX-Lutz auf dem Schildchen
00:04:59: gibt.
00:04:59: Nein, ich glaube, es geht eher in die Richtung Rocko-Kurve.
00:05:04: Ich muss auch nochmal einhaken und sagen, ich kann es total verstehen, bei einer Wohnungsbesichtigung jemanden mitzunehmen, weil es gibt.
00:05:10: zu Menschen, die Fragen, Dinge, die frag ich nicht.
00:05:14: Es gibt Menschen, die denken an Anschlüsse und Leitungen.
00:05:18: Ich bin nicht so eine Person.
00:05:20: Die Energie, Effizienz, all diese Sachen, genau.
00:05:24: Ich wurde schätzomativ jetzt eher mitgebracht für die Einschätzung des Vibes.
00:05:34: Der ästhetische Blick.
00:05:35: Du hast mal gecheckt, ob die Atmo gut ist.
00:05:37: Richtig.
00:05:40: Jetzt hatte ich eben diese paar Fotos und diese eingerichteten Wohnung vorab gesehen.
00:05:44: Dann haben wir uns dort getroffen mit dem Markler und der zeigt uns die Wohnung und das wird aufgesperrt und er fängt an zu erzählen und ich komme rein und denke mir nur, krass, ey, das ist echt, oh, das ist ja krass, die Wohnung ist ja irre, gell.
00:06:02: So, jetzt waren dann die, die hatte, was war von den Fotos schon ersichtlich, dass die Raumaufteilung irgendwie so ein bisschen Speziell ist, ja nicht konfuß, aber halt wie das halt ist bei so Altbauwohnungen oft auch wie eine bisschen wildere Raumaufteilung irgendwie.
00:06:18: Und jetzt sind wir da von Zimmer zu Zimmer und es ist also so eine wunderschöne Wohnung, irre, wirklich irre.
00:06:29: Und ich stehe da und gehe von Raum zu Raum und denke mir nur, das ist doch wohl Unglaublich, jetzt hat die Person den Jackpot des Jahres gefunden, weil diese Wohnung in echt so viel mehr ist, als man auf den Fotos sehen konnte.
00:06:54: Wurde
00:06:54: die Schönheit der Wohnung kaschiert durch.
00:06:57: Wie war das Wort der Vorhänge?
00:06:59: Durch die Brokkartvorhänge.
00:07:00: Was sind die Brokkartvorhänge?
00:07:01: Brokkart
00:07:02: ist eine Stoffart, also wie Leinen.
00:07:07: hat, wie das geknüpft und gemacht wird, quasi sehr hochwertig.
00:07:10: Und hat die blaue Wand dich abgelenkt von der eigentlichen ästhetischen Glaume?
00:07:14: Ja, und jetzt stand ich dort in dieser Wohnung und dachte mir nur, irre durch die Einrichtung und die Farbgestaltung, die es auf den Fotos wirkte, diese Wohnung ganz anders, kleiner und ganz anders.
00:07:27: Ich war hin und weg und ich stand nur da und dachte mir nur, das ist die geilste Wohnung, die ich je in meinem Leben gesehen habe.
00:07:35: Und dann bringt er uns in den anderen Raum.
00:07:39: Dann dachte ich mir, also der Raum, den habe ich aber auf den Fotos von der anderen Wohnung gar nicht gesehen.
00:07:44: Es ist irgendwie auch komisch, dass man im Exposé einen ganzen Raum nicht fotografiert und mit zeigt.
00:07:55: An diesem Räumchen war auch ein Balkon, der ganz anders aussah als der Balkon auf den Fotos.
00:08:00: Dann meinte ich, so gibt es da noch einen zweiten Balkon.
00:08:02: Und dann sagt der Markler so, ne, es gibt nur den einen Balkon.
00:08:05: Dann sage ich so, ja, aber auf den Fotos sah der ganz anders aus, der Balkon als der.
00:08:10: Und dann sagt der Markler, ach so, ach sie sind für die andere Wohnung da.
00:08:18: Jetzt
00:08:18: hat er uns.
00:08:21: Jetzt hat er uns nicht die Sechzig Quadratmeter Wohnung gezeigt, sondern die Hundertfünfzig Quadratmeter Wohnung, was auch wieder sehr viel Einblick
00:08:28: gibt
00:08:29: in meine räumliche Vorstellungskraft, die offensichtlich nicht existent ist, weil jeder andere Mensch hätte wahrscheinlich so fortgecheckt, was hier los ist, dass es einfach nicht dieselbe Wohnung ist.
00:08:44: Und jetzt sind wir,
00:08:45: da geist ich schon eingezogen,
00:08:49: jetzt sind wir aus dem Dritten Stock raus aus der wunderschönen, frisch renovierten, sanierten, wunderschönen, arschgeilen Wohnung, vom dritten Stock natürlich bergab in den ersten Stock gegangen.
00:09:09: Es gibt doch eine Hierarchie in Wohnhäusern.
00:09:11: Ja, diese
00:09:12: Wohnung war die Cousine dritten Grades der ersten Wohnung.
00:09:21: Es war nämlich so, dass die Wohnung die eigentlich Die wir eigentlich hätten anschauen sollen, lag zwei Stockwerke tiefer und war eigentlich dieselbe Wohnung nur geteilt.
00:09:32: In dem Stockwerk wurde aus der großen Wohnung zwei Wohnungen gemacht.
00:09:35: Deswegen ist die auch deutlich kleiner, hatte aber drei gleiche Räume.
00:09:40: Deswegen, die Verwirrung kam schon nicht von irgendwo.
00:09:44: Und dann stehen wir und das war echt ein bisschen ... Das ist, wie wenn jemand sagt, wir gehen heute Abend essen, wir gehen zu, keine Ahnung, wir gehen Menü essen, wir gehen ins Feindinning-Lokal und dann stehst du da und dann sagen die, ach so, nee, sie haben gar nicht bei uns reserviert, sondern sie haben bei McDonalds reserviert.
00:10:07: Ein bisschen so hat sie es angefühlt.
00:10:09: Und dann war da alles ähnlich,
00:10:11: aber
00:10:12: halt Ganz anders.
00:10:13: Die Böden waren nicht frisch abgeschliffen und eingeölt, sondern waren halt all und die Fenster waren nicht neu verdichtet und das Badezimmer war nicht frisch renoviert und die Küche, es war einfach wirklich genauso.
00:10:31: Also wir haben dann die selbe Wohnung nur in klein und ein wenig heruntergekommen, da angeguckt, was für einen Moment ... Die B-Worte.
00:10:42: Ja, das war für einen Moment blöd.
00:10:45: Im nächsten Moment haben wir dann realisiert, dass auch das eine tolle Wohnung ist.
00:10:49: Ich hab auch meiner Freundin dazu geraten, hey, wenn du die bekommst, zieh da ein, die sieht cool aus.
00:10:54: Darauf warten wir jetzt, ob das passieren wird.
00:10:56: Habe ich gesagt, ich bin dann zu dem Magler hingegangen und habe gesagt, sie ... Sie trauen sich.
00:11:02: Sie trauen sich.
00:11:03: Kommen hier unvorbereitet her, zeigen uns die Monsterimmobilie.
00:11:08: Wir zwei wähnen uns schon im Glück, dass wir den Wohnungslotterie Jackpot geknackt haben.
00:11:15: Dass wir in unseren Suchkriterien, ich spreche jetzt einfach mal von uns, um es zu vereinfachen, die Suchkriterien sind alle erfüllt und man kriegt noch mehr.
00:11:24: Wir dachten schon jetzt, jetzt ist es passiert, wir haben Glück am Wohnungsmarkt.
00:11:29: Natürlich hatten wir trotzdem Glück, weil auch die Wohnung schön war, die wir dann angeguckt haben.
00:11:32: Aber wir sind schon ein bisschen tief gefallen.
00:11:34: Wir sind schon echt, echt bisschen tief gefallen.
00:11:38: Du kannst es dir nicht vorstellen.
00:11:39: Ich stand da, ich war ja so neidisch.
00:11:41: Ich war ja auf meine Freundin so neidisch und dachte mir nur, das kann es jetzt nicht sein.
00:11:44: Das gibt es doch nicht, dass die jetzt so eine Bude findet.
00:11:47: Um den Preis ist das ihr Scheiß ernst.
00:11:51: Na ja, haben wir nicht.
00:11:53: Haben wir nicht.
00:11:54: Danke, Herr Markler.
00:11:55: Vielen Dank, Herr Magler, dass Sie Pflicht vorbereitet zu diesem Termin gekommen sind.
00:11:59: Auch die ganze Zeit nicht gecheckt, wer von uns beiden eigentlich dann die Mieterin sei.
00:12:03: Es war ein bisschen schäbig.
00:12:06: Und dann standen wir da, sind uns ein bisschen beengt davor gekommen als davor.
00:12:10: Na ja, alles in allem trotzdem ein Erfolg.
00:12:14: Und sollte die Person jetzt dort einziehen?
00:12:17: Wissen wir, wie ihre Nachbarn oben drüber wohnen?
00:12:19: Das wissen wir jetzt schon mal.
00:12:20: Das fragt
00:12:21: man sich doch auch immer.
00:12:22: Dass du immer weißt, welche Rosine du nicht bekommen hast.
00:12:25: Genau.
00:12:26: Genau, welche Rosine.
00:12:27: Ja, aber es ist ja auch gut, Sophie, dass man einfach ein bisschen auf dem Boden bleibt, nicht so abgehoben ist.
00:12:33: auch in Ordnung.
00:12:34: Genau, ist auch okay zu gucken, was haben Menschen, die Geld haben und was haben Menschen, die kein Geld haben.
00:12:39: Wo ist da alleine in der Optik schon der Unterschied?
00:12:41: Wo trennen wir uns?
00:12:42: Wir trennen uns genau da, an den eingelassenen Böden und an den Heizungen, die nämlich in der großen, schönen Wohnung verbaut worden sind, hat der Makler noch ganz stolz, was der uns alles erzählt hat, was hier nicht alles gemacht wurde.
00:12:53: und ich denke mir nur, du Vollpfosten,
00:12:56: du,
00:12:57: du, du, du, du, du gibst uns hier, du weißt ja gar nicht.
00:13:01: Ich dachte, der weiß ja gar nicht, was er.
00:13:03: Oh Gott, aber es gibt schon so echt extrem wilde Sachen auf dem Wohnungsmarkt.
00:13:08: Der Kommissari und ich, als wir von unserer WG-Situation in die erste gemeinsame Wohnung gezogen sind, haben wir davor auch ein paar Wohnungen angeguckt.
00:13:17: Hey, und da war eine dabei.
00:13:19: Ich dachte mir, ich werde nicht mehr.
00:13:21: Das war Grusel-Kabinett, Sophie.
00:13:25: Und zwar kamst du da rein, dann war der Eingangsbereich so eine kleine Diele, Flur, was auch immer ist, es war kein Gang.
00:13:33: Sonst war es so ein kleiner, wir kommen hier rein, Zimmer.
00:13:36: Dunkelgrüner Teppichboden, so wie das Dunkelgrün von Rotweinflaschen.
00:13:41: Ja.
00:13:43: Du kannst jetzt sagen, gib mir vielleicht noch ein bisschen naturverbundenes Waldfeeling.
00:13:47: Aber
00:13:48: dunkel Teppichböden, die eingebaut sind, finde ich gruselig.
00:13:52: Teppichböden,
00:13:52: die eingebaut sind, sind generell gruselig.
00:13:54: Ja, voll.
00:13:55: Ja, so.
00:13:56: Ich meine, was ist da alles an Physikkeiten drin dokumentiert?
00:14:01: So, also.
00:14:02: Dunkelgrüner Rotweinflaschen, dunkelgrüner Teppichboden.
00:14:06: Die Wand.
00:14:08: Dunkelgrün.
00:14:09: Was?
00:14:10: Aus Leder.
00:14:12: Hä?
00:14:14: Und zwar wie so ein Chesterfieldstuhl und auch die Decke oben.
00:14:19: Das war wie eine Gummicelle.
00:14:23: Ich schwöre dir.
00:14:24: Okay,
00:14:24: da hat jemand mit Fetisch gewohnt.
00:14:26: Da hat fix jemand mit Fetisch gewohnt.
00:14:27: Das war dermaßen kunstlich.
00:14:29: Dann kamste in den nächsten Raum und da war dann so ein ganz schweres Einbaumobil.
00:14:35: Ja, war schon so eine Wohnwand.
00:14:38: Aber eingebaut.
00:14:42: Und ich dachte mir ganz ehrlich, wie kannst du eine Wohnung in diesem Zustand Menschen nach der Jahrtausendwende überhaupt zeigen, wenn das erste ist, was Sie sehen, eine fucking Gummi-Zelle.
00:14:59: Das ist gruselig.
00:15:00: Ja, und da war dann auch in diese Chesterfieldwand auch noch so ein komischer Galaroben-Ständerverband.
00:15:06: Also es war ganz, ganz eigenartig.
00:15:08: Da dachte ich mir auch, what the
00:15:09: fuck.
00:15:10: Und das war auch vorher auf den Fotos nicht ersichtlich?
00:15:13: Nee!
00:15:13: Okay, ja, das ist eine Frechheit.
00:15:14: Das hätte ich ja das nie angeschaut.
00:15:17: Ich komme in Sari und wir kennen uns noch nicht so lange.
00:15:19: Ich zeig dir jetzt mal eine Wohnung, da würde ich gerne wohnen.
00:15:21: Willkommen in meinem Salon.
00:15:24: Willkommen
00:15:25: in meinem Salon.
00:15:25: In meiner Kammer.
00:15:26: Ja, genau, in meiner ...
00:15:29: Gummiball, Fifty Shades of Grey.
00:15:32: Und da ist jetzt der BDS M-Raum.
00:15:35: Herzlich willkommen.
00:15:36: Klingt ja schon auch ein bisschen interessant.
00:15:40: Also, ja.
00:15:41: Es gibt eine Serie, ich weiß gar nicht, wo die läuft.
00:15:45: Die heißt How To Build A Sex Room oder so, wo halt jemand kommt und... Wo
00:15:52: läuft das?
00:15:52: auf Tele-Fünf?
00:15:53: Nein, ich glaube, es war eh auf Netflix oder so.
00:15:56: Und da konnte man sich eben hinbewerben und sagen, wir wollen ein Sex-Room haben und dann kommt eine ...
00:16:02: Tine Wittler.
00:16:02: Ja, wirklich, die Person sieht ähnlich aus, da bist ich eben da.
00:16:06: Und die machen dann noch irgendwas rundherum und dann wird da halt so ein Sex-Room reingebaut irgendwie noch in die Wohnung oder in den Keller oder in die Garage oder wie auch immer.
00:16:15: Was ich eine lustige Serienidee finde auf jeden Fall.
00:16:19: Da musste ich jetzt direkt dran denken.
00:16:22: Dann schönes Andreaskreuz aufstellen und dann wird hart gebummst.
00:16:41: Geil, Tina, gute Idee.
00:16:45: Und hier machen wir die Analplak-Sammlung, die können wir dann die Vitrine stellen.
00:16:51: Ich empfehle dafür das Billy Regal vom schwedischen Möbelkonzern.
00:16:55: Ganz
00:16:55: genau.
00:16:56: Und hier auf
00:16:57: Sideboard
00:16:58: kommen die Gag-Balls, alles gar kein Problem.
00:17:01: Hier haben wir einen Kleidmittelspender, der ist auch, der ist im Retro-Design.
00:17:07: Ich wäre auch eine gute Sex-Witter.
00:17:12: Ich
00:17:16: bin ja kürzlich auf TikTok, so alte, tine Wittler Snippets reingetaucht, bin schon wieder in den Rabbit Hole gefallen.
00:17:24: Und dann ist mir erst aufgefallen, wie gemein und chachi die eigentlich war, wenn die diese Räume gesehen haben.
00:17:30: Und zwar wirklich so, es gibt ja, also ganz ehrlich, es gibt ja.
00:17:34: in jedem Zuhause gibt es doch einen Arschlochraum, oder?
00:17:39: Kommt drauf an, wie viele Räume man hat.
00:17:41: Wenn du ein Raum ein bisschen übrig hast,
00:17:45: dann wird es ein Arschlochraum.
00:17:46: Dann wird es ein Arschlochraum.
00:17:47: Genau.
00:17:49: Und jetzt gab es ja auch damals immer so ein Arschlochraum in einem Zuhause.
00:17:53: Und wenn jetzt eben nicht so viel Platz da war, dann war das halt auch oft so, dass der Arschlochraum zufällig das Schlafzimmer war.
00:17:59: Oder das Kinderzimmer oder so.
00:18:00: Und die ist da mal rein und hat da immer so richtig mega krass gechatscht.
00:18:05: Oh,
00:18:07: und ich dachte mir, oh Gott, wäre das unangenehm, was würde Tine Wittler zu meiner Wohnung sagen, wie die eingerichtet ist und wie es sie machen würde?
00:18:14: Und denke ich mir, ist sie so nett wie Guido, würde die heute achtsame Worte finden, würde sie sagen, Katja, dieses... Dieses... Das
00:18:24: tut nichts für dich.
00:18:25: Dieses Regal tut nichts für dich.
00:18:30: Also, dazu sage ich folgendes.
00:18:31: Ich hoffe schon, dass auch sie mit der Zeit gegangen ist oder wäre.
00:18:35: Sie ist ja nicht mehr aktiv, glaube ich.
00:18:36: Ja, gegangen ist so vielen Folgen.
00:18:37: Ja, gegangen ist sie, wohne sie, wie auch immer.
00:18:40: Das nächste ist, willst du wirklich, dass eine Tine Wittler deine Wohnung kommentiert?
00:18:46: Ich meine, auf der ihre Meinung oder Expertise gibst du doch nix.
00:18:50: Weil das, was die gemacht hat, das war also... Die hat jetzt nicht ein Wunderwerke vollbracht.
00:18:56: Wie weißt du, was sie gemacht hat, was sie perfektioniert hat, oder das
00:19:01: Team
00:19:02: im Hintergrund, kleinen Platz mit maximal Staudamm zu nutzen und Ikea möbel smart miteinander zu kombinieren?
00:19:09: Ja,
00:19:10: gut, okay.
00:19:11: Das konnte die ausgesprochen werden.
00:19:13: Ja, aber das ist auch eine Form von Einrichtung, wo ich sage, das ist genauso wie wenn du den Kind Karl-Heinz nennst.
00:19:19: Ja, das ist genauso oder Herrmann.
00:19:22: Das wollen halt manche, manche wollen das halt, weil es denen gefällt.
00:19:26: Manche wollen ihr Kind hermannen und dann auch noch IKEA-Möbel schlüssig miteinander kombinieren und manche halt nicht.
00:19:32: Aus, aus dem Haus.
00:19:39: Ja, Mann.
00:19:43: Hey, vor einiger Zeit habe ich meinen richtig reichen Moment bei dir beobachtet.
00:19:51: Ich war dabei, offensichtlich.
00:19:53: Du warst dabei.
00:19:54: Wir waren gemeinsam.
00:19:56: einkaufen.
00:19:57: Ja.
00:19:58: Ich habe mich mit Sophie High Fire Loll durch einen sehr großen Supermarkt bewegt und sie ist und sie ist geschwommen wie ein Fisch im Wasser.
00:20:08: Ich bin mehr jung, frage mich gefühlt.
00:20:10: Ja und dann hat dein richtiger Reichtum gekickt und zwar reich an Wissen, reich an, naja, du hast dich bewusst dafür entschieden, dass du sagst, hey, das, das kaufe ich jetzt da und das lass ich mir was kosten und zwar
00:20:25: die Metzger Dicke.
00:20:27: Ah, Gott, ja.
00:20:29: Ja.
00:20:29: Das hat mich ja fasziniert, gell?
00:20:31: Also, ich stand daneben bei und hab das ganze Spektakel einfach ein bisschen so beobachtet.
00:20:38: Und ja, und dann nehm ich hier von dem Fillet und dann das ja so viel ungefähr.
00:20:43: Und dann ja, und da von dem Fillet und ja, wollen sie den Schwanz oder was wollen, was war?
00:20:48: Hab ich den, ja, den, den, den, den Spitz oder den Kopf?
00:20:52: Ja, genau.
00:20:54: Und dann, das war so.
00:20:55: Das hat mir vollkommen neue
00:20:58: Typen eröffnet.
00:20:59: Also an der Wursttheke stehen, das ist für mich einfach so ein schönes Gefühl.
00:21:05: Also beim Metzger stehen, das ist mein Moment.
00:21:10: Das ist da, wo ich merke, wie reich ich bin und die komplette Gesellschaft, die um mich herum lebt.
00:21:16: Natürlich kann ich jeder alles aus der Theke kaufen.
00:21:19: Da trennen sich vielleicht die Reichheiten.
00:21:22: Aber wir stehen vor diesem Angebot und das ist geisteskrank.
00:21:26: Da werde ich mir meiner Überprivilegiertheit so bewusst, wenn ich in diesen Einkaufshaus gehe.
00:21:31: Und da ich dazu neige, oft mich schlecht zu fühlen, nur weil ich im Geburtslotto gewonnen habe und in Deutschland geboren bin und so sicher und schön leben darf, das erwischt mich immer wieder, dass ich mich dafür schlecht fühle, weil es einfach so viele Orte auf der Welt gibt, wo es nicht so ist.
00:21:51: Aber
00:21:51: ich finde es irgendwie süß.
00:21:53: Das ist die Metzger-Tegel.
00:21:55: Aber es
00:21:55: ist die Metzger-Tegel, wo es mir bewusst wird, weil ich da stehe.
00:21:58: Und aus einem, das ist Schlaraffenland.
00:22:03: Da gibt es achtundfünfzig unterschiedliche Sorten Wurst.
00:22:09: Aufschnitt, dann gibt's weiter mit der Fleischsticke.
00:22:11: Ich kann ja jetzt jeder davon halten, was er will, ob man jetzt Fleisch essen darf oder nicht.
00:22:16: Aber ich stehe da und fühle mich wie der reichste Mensch der Welt und liebe alles daran und kann mir überlegen, was schmeckt mir, was möchte ich, will ich was von der spanischen Wurst oder lieber was von der italienischen?
00:22:27: und brauche ich noch irgendwas traditionell Bayerisches, irgendwas Gepökeltes?
00:22:31: Soll ich die Kalbszunge kaufen?
00:22:32: Ja.
00:22:33: Oder nein, brauche ich Blutwurst?
00:22:35: Ist mir danach oder soll es vielleicht ein frisch aufgeschnittener Parma schinken sein?
00:22:40: Oder greife ich doch lieber zu Serrano.
00:22:42: Welche Melone will ich dazu reichen?
00:22:44: Da bin ich die reichste Person der Welt.
00:22:46: Da geht mir das Herz auf.
00:22:48: Da stehe ich.
00:22:49: Ja, und ich stand so eineinhalb Schritte hinter dir.
00:22:53: und hab das ganze so overshoulder beobachtet.
00:22:56: Und ich hatte kurz das Gefühl, dass du, Judgy, hinter mir stehst, weil du bist ja die totale, ich mein, abgesehen vom Lachssperma bist du Vegetarierin, sei man's ehrlich, seit hundert Jahren.
00:23:06: Und ich hatte so kurz Angst, dass du da stehst und dir denkst, oh, nee, die ganze Wurst, die ganze Wurst, aber ich war ja nur glücklich.
00:23:12: Ich war ja nur glücklich.
00:23:13: Nee,
00:23:13: ich hab überhaupt nicht gechanscht.
00:23:15: Ich hab mit einer totalen Faszination das Ganze beobachtet.
00:23:18: Hätte
00:23:18: ich mich nicht so... Schau, das ist nämlich die Unsicherheit in mir, da lerne ich ja auch immer wieder was über mich.
00:23:23: Hätte du nicht hinter mir gestanden, bei der Fleischbestellung hätte ich noch Ochsenschwanz gekauft.
00:23:28: Hättest du gesagt, Katja, tatscht du mich jetzt oder kann ich Ochsenschwanz kaufen?
00:23:32: Hätte
00:23:33: ich mir gesagt,
00:23:34: hau hin den Schwanz auf den Tisch.
00:23:36: Ja, hätte ich nämlich noch gerne geschmort, aber hey, mach ich
00:23:42: nicht so.
00:23:42: Ich stand eben da so hinter dir als Zaungästin und habe nur gesehen, wie du da von dem einen Ding zum anderen wuselst und dann da rumzeigst und sagst, ja, und jetzt ein bisschen davon und dann machen wir da auch hundert Gramm und
00:23:56: so weiter.
00:23:56: Hier nur zwei Lagen, da reichen fünfzig Gramm, dann wie man
00:23:58: noch fünfzig Gramm.
00:24:00: Genau, und ich war so aufgeregt zwischen der Auslage und ich finde schon, das Wurst Dann gerade auf diesen schwarzen Untergrund, wenn die dann so die Salami dann so rot rausleuchtet.
00:24:09: Ich finde das schon sehr appetitlich.
00:24:11: Super,
00:24:11: super, super schön.
00:24:13: Also ich finde das überhaupt nicht eklig, sondern ich finde das appetitlich und ansprechend.
00:24:16: Und dann habe ich das geguckt und habe... zu dir geguckt und war beeindruckt von einer Expertise.
00:24:22: und das, was ich am lustigsten fand, ist, dass da drei Menschen hinter der Metzgertheke standen und sie konnten nur aussehen, wie Fleischfachverkäuferinnen aussehen können.
00:24:39: Das war so richtig, das war der eine, der hat ausgeschritten, dass da der Hansi heißen, wie schon auch sein Vater und sein Großvater, und er ist der Hansi Junior Junior, und er hat ein bisschen ein sehr fettiges Schein.
00:24:50: Und du hast gemerkt, er hat Freude daran, jetzt hat dir dieses Filet dahin zu knallen und sagen, möchtest du den Schwanz oder den Kopf?
00:24:57: Genau, genau, und ich will nur von diesen Menschen, die ich dazu ordnen kann, die für mich da reinpassen ins Bild, will ich auch nur bedient werden.
00:25:03: Ich will nicht von irgendeiner Schminkten, sportlichen, jungen, sexy Frau bedient werden.
00:25:11: Ich will, dass da die Monika steht, die nämlich genau weiß, wie jede Sorte Wurst schmeckt.
00:25:17: Und die soll mich bedienen.
00:25:19: Und die soll mit ihrem geübten Griff mit der Hand in die Salami fahren und genau, hundertvierzig Gramm auf einen Griff herausnehmen.
00:25:29: Das können die nämlich...
00:25:30: Als du da, als Profi... Wie du es bist.
00:25:34: Als Wurstprofessionelle meinst du?
00:25:37: Als Wurstprofessionelle.
00:25:39: An der Theke stehst und dich die Monika und der Hansi Junior bedienen.
00:25:44: Da hatte ich ein Flashback in meine Kindheit.
00:25:45: Und zwar, als du gesagt hast, ich nehme diesen einen Turm hier von der Gelbwurst.
00:25:52: Und ich habe mich zurückversetzt gefühlt in die Metzgerei.
00:25:58: meines Heimatortes.
00:26:00: Als ich immer als kleines Kind neben meiner Mutter oder meiner Großmutter stand und die Chefin in dieser Metzgerei, die hatte auch immer Gelbwurst und die hat aber, da gab es die kleinen Feine aufgeschnittenen, so wie du sie gekauft hast und da gab es aber auch noch die im Stück und da hat die da so eine runter und rein und hat sich über die Ticke gelehnet und die hatte so einen netten Akzent.
00:26:22: Ich weiß nicht, ob ich das sogar schon mal im Podcast erzählt habe und sie hatte mir drüber geschaut und hat immer gesagt Möchtest du ein Stückchen Wurst?
00:26:29: Geil.
00:26:31: Ein Stückchen Wurst.
00:26:32: Und ich war gestern kurz in diesem Moment, wo ich mir gedacht habe, muss ich jetzt nach fast fünfzehn Jahren meinen Vegetarismus brechen.
00:26:40: Für
00:26:40: Aradlwurst.
00:26:41: Weil ich mich so heimlich gefühlt habe in dieser Situation.
00:26:45: Und ich war schon kurz davor, dass ich die Hand ausstecke, weil ich hab den Hansi schon mich bedienen sehen.
00:26:52: Und
00:26:53: dann bin ich aber rausgerissen worden.
00:26:56: Weil er mich angstattet und gesagt hat, was kriegen sie?
00:26:58: Ja, genau.
00:26:59: Ja, was kriegen sie?
00:27:02: Und was hast du dann gesagt?
00:27:04: Nein, nein, ich bin nur vegetarische Beobachterin.
00:27:14: Da bin ich vor der Wurstticke, bin ich in Schallen das Gelächter ausgebrochen, weil du wirklich auf diese Frage unironisch antwortest.
00:27:24: Nein, danke, ich bin vegetarische Beobachterin.
00:27:28: Es war herrlich, es war so schön.
00:27:30: Aber das ist was, und das ist nämlich so schön.
00:27:32: Ich glaube, dass das Teil der Metzger-Innen Ausbildung und auch der Zunft ist, ist es dieses Extraradelwurst für die Kinder zu geben.
00:27:40: Das gehört dazu, Das ist Heimkommen, das ist Core Memory, das macht es ganz positiv.
00:27:47: dieses und das ist ja nirgends so.
00:27:49: Du kriegst ja nirgends wo einfach noch was geschenkt.
00:27:51: Das
00:27:51: gehört, das gehört auf jeden Fall zu den guten, zum guten Ton in einer Metzgerei.
00:27:56: Auf jeden Fall gehört das zum guten Ton.
00:27:58: Und jetzt Hot Take oder so nennt man das Steiletese Hot Take meinerseits.
00:28:05: Ich glaube, es gibt einen Weltkonzern, der das Prinzip einer bayerischen Metzgerei adaptiert hat.
00:28:12: Okay.
00:28:13: Wenn du bei McDonalds bist und du sagst, ich möchte einen Cheeseburger, dann sagen die, darfst noch eine Apfeltasche dazu.
00:28:23: Ach, du meinst, das ist Upselling?
00:28:24: Nein, das ist was anderes.
00:28:25: Findest du nicht?
00:28:26: Ja klar, du kriegst dir die Apfeltasche nicht geschenkt.
00:28:29: Nein, aber ist nicht eigentlich das in der Metzgerei auf dem Upselling-Trick.
00:28:33: Das extra Radlwurst?
00:28:34: Ja.
00:28:35: Nee, das finde ich nicht ganz vergleichbar.
00:28:37: Aber die Floskel darfst ein bisschen mehr sein.
00:28:39: Das ist Metzger Talk und das findet sich vielleicht bei McDonalds.
00:28:42: Das ist aber easy, einfach nur abselling.
00:28:44: Das ist eigentlich nur aus dem Marketing oder wie nennt man das?
00:28:49: Naja, wie auch immer.
00:28:50: Das ist nämlich die Situation, wenn die Verkäuferin oder der Verkäufer in der Wurst hier gefragt darf es ein wenig mehr sein, darf es ein bisschen mehr sein, dass man nämlich nicht Gramm genau die Hundertfünfzig Gramm auf die Waage legt, sondern dann machen wir halt Hundertachzig und fragt aber noch mal nach, ob es okay ist, weil im Regelfall ist es okay und du verkaufst mehr.
00:29:07: Und McDonalds, die McDonalds Mitarbeiter erweitenden, die fragen dann nach der Apfeltasche.
00:29:13: Das ist nur Upselling.
00:29:14: Ich glaube, das gehört nicht dazu.
00:29:15: Ich würde nicht, würde ich nicht.
00:29:17: Schön, dass es in den
00:29:18: Weg geht.
00:29:18: Okay, Hotfellk hinterlegt.
00:29:19: Ja, auf jeden
00:29:20: Fall.
00:29:20: Okay, lass ich mir eingehen.
00:29:22: Ja.
00:29:22: Das war so schön.
00:29:24: Zum einen dieses Erlebnis mit dir zu teilen.
00:29:26: Ich gehe schon gerne alleine einkaufen, wenn ich mich so treiben lassen kann und so genau weiß, zack, zack, zack, zack.
00:29:32: Weil ich will, dass es dauert, aber nicht übertrieben lang.
00:29:35: Ich will mir meine Zeit lassen, aber trotzdem zielorientiert durchs Ladengeschäft durchgehen.
00:29:40: Und, äh, kann das aber sehr gut, weiß ich jetzt mit dir.
00:29:43: Machen, ist schön.
00:29:43: Ist ne neue, ne neues Level in der Freundschaftlichkeit.
00:29:46: Du hast mir nur nach Haushaltswaren abteilt.
00:29:48: Und da hast du mich vergessen.
00:29:49: Du hast gesagt, du musst da noch kurz hin für eine Sache.
00:29:52: Nächster Pastor muss ich auch hin.
00:29:54: Dann sind wir zur Kasse gegangen.
00:29:55: Ich hab gesehen, du hast ein Bekannschul, ich nicht.
00:29:58: Ja, stimmt.
00:29:59: Tatsache, weil, da hab ich's dann kurz, ja, das hat mir jetzt, tut's mir auch leid.
00:30:04: Ja, das fand ich frech, aber da hab ich zu viel Zeit in der Nudelabteilung liegen gelassen, weil ich mich fachmännisch umgesehen habe, welche Packung verfalle jetzt wohl die Beste.
00:30:16: Du blöde Sau.
00:30:16: Und dann legt die Frau, das müsst ihr euch mal vorstellen, gell?
00:30:20: Hallo, liebe Zuhörerinnen.
00:30:21: Dann hat die Frau die Dreistigkeit mir in meinen Einkaufssack, ja, eine ganze Packung Verfalle Nudeln reinzulegen und ich sehe es und ignoriere es und denke mir nur, du bist so frech, du bist so frech.
00:30:37: Und dann guckt sie mir und sagt, hast du gesehen, was ich dir da reingelegt habe?
00:30:42: Ja, die Scheißnudel des Jahres, die kannst behalten, will niemand essen.
00:30:48: Wie
00:30:49: du sie einfach wortlos nur in meine Hälfte des Wagens transportiert hast.
00:30:53: Unglaublich,
00:30:54: frech.
00:30:55: Absolut frech.
00:30:57: Ich hatte ein bisschen ein Unwohlsein, weil ich dann meine Einkäufe aufs Band gelegt habe und ich so ungesund eingekauft habe, wie ganz lange Zeit nicht.
00:31:11: Echt?
00:31:13: Wieso?
00:31:14: In dem Brunchkäse ist doch Paprika.
00:31:18: Gemüse ist doch abgedeckt.
00:31:20: Verstehe ich jetzt nicht.
00:31:22: Die Äpfel,
00:31:23: die Äpfel des Gemüses.
00:31:24: Ich
00:31:24: habe so viele Käse gekauft.
00:31:25: Ich meine, ich weiß, es ist weiseelig.
00:31:27: Wie steht es so, neunzig Prozent aus Wasser zu zehn Prozent aus Käse?
00:31:30: Ja, okay.
00:31:31: Ist so?
00:31:32: mein
00:31:32: Sternzeichen ist Käse, absolut.
00:31:34: Aber da habe ich mir Käse technisch vollkommen ausgetobt.
00:31:37: Und dann, als du kurz losgefetzt bist für den zweiten Wagen und gesagt hast, Katja, stell dich jetzt hierhin, warte auf mich.
00:31:45: Dann habe ich kurz geschaut, denke ich mir, wo ist sie?
00:31:48: Okay, ich kann schnell noch mal zurück, dann bin ich noch mal.
00:31:50: Hast du noch
00:31:50: mehr Käse geholt?
00:31:51: Ja, da habe ich noch zwei Packungen Pommes angeholt.
00:31:55: Den hatte ich vergessen zuvor.
00:31:56: Geil.
00:31:57: Und dann bin ich zurückgekommen und da warst du noch nicht da, dann bin ich da gestanden, als hätte ich immer schon auf dich gewartet.
00:32:02: Das
00:32:02: hat mir vorübergegangen, dass du noch mehr Käse geholt hast.
00:32:04: Das ist ja
00:32:05: der Horror vom Kommissario, wenn wir zusammen einkaufen gehen, gell?
00:32:09: Und dann stehen wir am Kassaband und wir legen dann schon die Sachen drauf und so weiter.
00:32:14: Und auf einmal fällt mir was ein, was ich vergessen habe.
00:32:17: Und ich sage, ah!
00:32:17: Aber kurz, ich gehe schon nochmal weg.
00:32:19: Das hasst er.
00:32:22: Da hat er, glaube ich, irgendein Trauma als Kind, dass auf einmal die Mama noch nicht wieder da war, aber alles war abkassiert und er steht als mittelloses Kind da und kann den Einkauf nicht zahlen.
00:32:31: Ach
00:32:31: so, wenn er schon auf dem Band
00:32:32: liegt.
00:32:34: Er ist ja jetzt nicht mehr ein mittelloses Kind, also er könnte den Einkauf zahlen, aber das macht ihn wahnsinnig.
00:32:39: Wenn ich da nochmal wegzische und nochmal was hole, das kann er nicht verkraften.
00:32:43: Lustigerweise kann ich mir das Gefühl herholen, weil ich das Erkenne noch, wo ich ein Kind war und meine Mutter das gemacht hat.
00:32:50: Da ist nie was passiert, aber genau diese Befürchtung hatte ich immer.
00:32:53: Aber das Gefühl ist in der Kindheit geblieben.
00:32:55: Das ist nichts, was ich mir mit in mein erwachsenen Leben genommen habe.
00:32:58: Aber das sollte er vielleicht mal aufmachen.
00:33:00: Und sag mal, ist der Kommissario jemand, der sich da zurechtfinden kann in einer großen Einkaufssituation?
00:33:05: Oder bleibt er dir am Rockzipfel hängen?
00:33:07: Oder wird er nervös?
00:33:08: Oder kannst du da ganz kurz was dazu sagen?
00:33:11: Oder willst du ihn nicht bloßstellen?
00:33:13: Weil es ist auch kein bloßstellen, weil ich glaube, es ist ein Männerding.
00:33:16: Darauf will ich eigentlich hinaus.
00:33:18: Ist es ein Männerding?
00:33:18: Wenn
00:33:19: du draugen müsstest.
00:33:20: Ja, ist es so.
00:33:20: Okay, ich dachte mir das schon.
00:33:22: Das ist nämlich was, wo ich mir denke, ja, ihr Männer, ihr, also ich weiß auch nicht, warum ihr als das starke Geschlecht geltet, gilt, gültet, geltentut.
00:33:34: Warum ist es so?
00:33:36: Mein Vater, den kannst du nicht in ein großes Einkaufshaus schicken.
00:33:39: Der wird nervös, das ist dem unangenehmen und dann wird der ungeduldig und dann sind die zu viele Leute und auch zu viele angeboten und dann ist das schon und dann wird das ganz kurz und dann funktioniert das auch nicht.
00:33:48: Mein Boyfriend, mit dem ist es genauso, so eine große Einkaufssituation, das geht für zwanzig Minuten, dann schaffst du es aber nicht durch einen großen Laden, da kriegst du auch nicht alles, weil da gehst du ja hin um auch Speicher aufzufüllen, zu Hause wieder voll zu machen.
00:34:00: Da brauchst du eine Idee, da brauchst du ein bisschen Ahnung, da brauchst du Geduld und du brauchst einen guten Fuß.
00:34:07: Ja, da musst du echt gut aufgestellt sein, da musst du auch organisatorisch was drauf haben und multitasking können.
00:34:15: Ich kann das ja eigentlich nicht, ich bin ja eine absolute Monotaskerin.
00:34:18: Mit mir kann man nicht reden, wenn ich eine Nachricht tippe.
00:34:21: Vergiss es.
00:34:22: Ich kann auch nicht, wenn ich während dem Fernsehen schauen oder Film gucken, Den Fehler begehe, mein Telefon in die Hand zu nehmen, um zum Beispiel auch auf eine Nachricht zu antworten, muss ich zurückspulen.
00:34:33: Weil es funktioniert nicht.
00:34:35: Beim Einkaufen, watch me, da könnte ich auch Pilotin sein.
00:34:39: Ich hab
00:34:39: dich ge-watcht und ich dachte mir auch,
00:34:41: holy smokes, verstehe alles.
00:34:43: Und das ist so eine geile Kompetenz von mir, richtig geil einkaufen zu gehen.
00:34:48: Und ich sag dir mal was, da können ja jetzt Leute sagen, oh cool, sie können einkaufen.
00:34:52: Halt mal den Mund.
00:34:53: Du lieber Mensch, der du das gerade sagst, das muss man gut können, weil nach dem Einkaufen, nach dem guten Einkauf kommt auch eine gute Woche mit guten Lebensmitteln und gutem Essen und eine Idee, eine Idee zur Ernährung.
00:35:05: So, und jetzt ist es zammgräumt aus dem Haus.
00:35:09: Ich bin gut im Einkaufen.
00:35:10: Also, interessanterweise hat mir dieses Jahr einmal die Situation, da hat der Kommissario komplett allein in diesem sehr großen Ladengeschäft, wie du es nennst.
00:35:22: einen kompletten Rundum, also mehr als Wochenengauf zu machen.
00:35:27: Das hat er komplett selbst gemacht.
00:35:29: Ich habe ihm keinen Zettel geschrieben.
00:35:32: Er hat vorher einen Kühlschrank fotografiert, er hat das Vorratsregal fotografiert und er ist zurückgekommen und es war alles da, was du dir vorstellen kannst.
00:35:40: Es war mega.
00:35:41: Geil.
00:35:42: Wenn wir zur Zweit-Einkaufen gehen und das ist so nicht, dass es nicht könnte, Aber es ist
00:35:50: wie
00:35:50: ein natürlicher Magnetes.
00:35:54: Wandert die Verantwortung zu mir hin.
00:35:57: Und
00:35:58: es sind aber auch manche Sachen.
00:36:00: Da darf ich auch gar nicht hinschauen, was er da kauft, weil manche Sachen gehen mir dann nicht ein.
00:36:07: Und manche Kosten nutzen Abwägungen.
00:36:10: Mach ich in meinem Kopf ein bisschen.
00:36:11: Ja, aber das ist auch okay.
00:36:12: Das ist auch der Spielraum, den man belassen muss.
00:36:14: Da
00:36:14: übe ich mich an Gelassenheit.
00:36:16: Schau mal eine an.
00:36:18: Meine Mutter zum Beispiel versucht meine Mama, weil eine ganze Weile Hausfrau und die hat auch sehr viel Freude dabei, in den Haushalt zu führen und ist eine sehr gute Köchin und glaub ich nicht.
00:36:29: Und wenn dann kommt die erst mal zu mir.
00:36:31: So viel sei sicher.
00:36:33: Und hat dann als auch die Kinder aus dem Haus waren und so angefangen, meinen Vater dann ein bisschen mehr mit in die Verantwortung zu nehmen und auch zu sagen, du, die Dynamik hier, die verändert sich ein bisschen, auch du kannst mal was einkaufen gehen, fand ich irgendwie immer total schön, wenn sich eine Beziehung auch noch mal da weiterentwickelt, gerade in Systemen, die sich über viele Jahre und auch über Kinderjahre so bewährt haben und auch einfach gefestigt haben.
00:36:54: und das ist internalisiert.
00:36:55: und das aber wieder aufzubrechen, finde ich richtig cool.
00:36:59: Und mein Vater macht ja grundsätzlich auch alles mit und so, aber natürlich neues Terrain dann.
00:37:05: Und das meine ich überhaupt nicht wertens, sondern einfach nur, das war immer so und dann sollte das verändert werden.
00:37:10: Dann meinte meine Mutter zu ihm, du weißt was, da wo deine Arbeitsstelle ist, da ist ja auch immer Markt an dem einen Wochentag, du gehst halt auf den Markt und dann bringst einfach was mit, schaust halt was es gibt und dann bringst du uns was mit fürs Wochenende.
00:37:26: Ja, das macht er, das macht
00:37:28: er.
00:37:30: Mein Vater
00:37:31: geht auf den Markt und da musst du dir vorstellen, da gibt es zwei oder drei Fleischereiwägen und einen sehr, sehr großen Gemüse und Obsthändler oder Händlerin, das weiß ich gar nicht genau.
00:37:42: Und dann noch so Volkram und eigentlich also schon so ein kleiner Markt, aber schon ein Markt, wo du eigentlich alles bekommen kannst.
00:37:48: Und dann kommt er abends nach Hause und dann sagt die Mama irgendwann, ah, ja geil.
00:37:56: Ja, weil heute war ja Markt.
00:37:57: Ich bin schon gespannt, was hast du gekauft?
00:38:00: Und freut sich so drauf, was sie wohl kochen wird am Wochenende.
00:38:03: Und dann legt er einen einen Sack auf den Tisch und sagt... Also, außer den Äpfeln war irgendwie nix dabei.
00:38:10: Er hat drei Äpfel gekauft.
00:38:13: Er hat drei Äpfel gekauft fürs Wochenende.
00:38:18: Drei Äpfel, Katja.
00:38:24: Und meine
00:38:24: Mom steht da und ich weiß nicht mehr genau, wie es war, aber
00:38:27: irgendwie in die
00:38:27: Richtung wie... Drei Äpfel!
00:38:31: Das ist alles, was du dir... wofür du dich... Da war so viel los!
00:38:36: Da war so viel los und keine Ahnung und irgendwie... und
00:38:39: da
00:38:39: standen auch so viel.
00:38:40: und irgendwie war das angebot.
00:38:41: und bei der Paprika wusste ich auch nicht, haben wir nicht hier
00:38:43: mal Paprika gegessen?
00:38:45: und irgendwie um die Äpfel, aber die Äpfel, die Äpfel, das waren, vorher waren es vier, eine habe ich probiert, die sind wirklich, das sind die besten Äpfel, die du jemals gegessen hast.
00:39:03: Als aber Jesus wäre, weißt du, der äpfel Mann hier unendlich immer wieder.
00:39:08: Wie vielfältigen
00:39:09: könnte.
00:39:10: Genau.
00:39:12: Das ist aber...
00:39:13: Ja.
00:39:14: Also mein Vater, der hat schon immer mal wieder Wocheneinkäufe und sowas gemacht.
00:39:18: Der kauft ähnlich intensiv Käse an wie ich.
00:39:21: Ich glaube, es ist genetisch.
00:39:22: Ja, kann gut sein.
00:39:24: Und dann ist er aber auch jemand, der so... Ha!
00:39:28: Jetzt weiß ich's.
00:39:30: Mein Vater hat es perfektioniert, Alibi einzukaufen.
00:39:33: Okay.
00:39:34: Er denkt sich, wenn ich auf dem Nachhauseweg bin, zum Beispiel am Freitagabend, von der Arbeit nach Hause, rufe ich meine Herzdame an und sag, soll ich noch was einkaufen?
00:39:44: Dann sagt sie, nie hab ich schon gemacht.
00:39:47: Und dann sagt mein Vater immer eins, ja soll ich noch ein Brot mitbringen.
00:39:53: Und ich kann mich an unzählige Situationen erinnern.
00:39:58: Wo meine Mama sagt, nein, danke, haben wir alles.
00:40:02: Und er kommt trotzdem.
00:40:02: Mein Vater trotzdem, noch mal den Umwegmacht über den Bäcker, einen riesigen Leibbrot einkauft, dann nach Hause kommt, die Haustür aufsperbt und hebt diesen Leibbrot in die Hand und sagt ... Ich habe Brot gekauft.
00:40:18: Und sie schaut irritiert und sagt, aber ich habe doch gesagt, wir brauchen kein Brot.
00:40:22: Nimm diesen Leibbrot, geht in die Küche, macht die Brotschublade auf und legt sie neben die beiden anderen gleich großen Leibbrot daneben, die er am Vortag und am Vortag gekauft hat.
00:40:32: So
00:40:32: lernt er nix.
00:40:33: Die muss ihn zurückschicken.
00:40:35: Die muss ihn zurückschicken.
00:40:36: Die muss sagen,
00:40:37: Bussi!
00:40:38: Das Brot kannst du zurückbringen.
00:40:39: Sags der Bäckerei Fachverkäuferin, du hast dich vertan.
00:40:41: Sie
00:40:41: hat dir gestern schon den gleich großen Leibbrot verkauft und vorgestern auch.
00:40:44: Und mir
00:40:45: hat die gleiche Frau auch heute schon zwei Leibbrot verkauft.
00:40:47: Was ist eigentlich der Problem?
00:40:49: Die weiß doch wohl, dass wir mit Brot, dass wir mit Brot hier, dass das hier zu viel wird.
00:40:52: Nein, weißt du, was das für eine Situation ist, Sophie?
00:40:55: Dieser Moment,
00:40:57: wo er dieses Brot hochhebt.
00:40:59: Das ist das gleiche Feeling.
00:41:01: Wie wenn du diese
00:41:03: Bilder
00:41:04: von Männern siehst, wenn sie beim Fischen einen sehr großen Fisch gefangen haben.
00:41:10: Ich habe gejagt.
00:41:12: Brot!
00:41:19: Das
00:41:19: war schön,
00:41:21: aber reicht.
00:41:23: Bis zum nächsten Mal.
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